There and Back again

Chrissys Abenteuerreise durch Neuseeland

 
12November
2018

Work, Work, Work...

Hallo Freunde,

wieder eine Woche rum, dass geht hier so verdammt schnell. Die Tage fliegen nur so an einem vorbei. Eine arbeitsreiche Woche liegt hinter mir, in der einerseits nicht so viel passiert ist und ich andererseits viel gelernt habe.

Aber bevor ich dazu komme, hier noch ein Bild vom Mt. Tauhara. Eva war so nett mir die Bilder zu geben.

  Bradley, Ich, Lukas, Lydia, Eva

Am Montag (12.11.) hatte ich meine erste Schicht im Hostel als Cleaner. Ich war in der 9am Schicht, das heißt Betten machen im Akkord. Man sollte ja eigentlich meinen, dass Betten machen einfach ist, aber Pustekuchen. Man kommt ganz schön ins Schwitzen und es ist alles andere als einfach oder leicht, ein Bett nach Haka-Standard richtig zu beziehen. Wir arbeiten, wie die meisten Hostels, nach dem Backpackerburger-Prinzip. Das bedeutet von unten nach oben: Matratze, Matratzenschoner, Spannbettlaken, Backpacker, Laken und Bettdecke. Beim Neubeziehen werden Spannbettlaken, Laken und Kopfkissenbezug ausgetauscht. Bettdeckenbezug und Matratzenschoner nur bei Bedarf. Das Schwierigsten am Betten machen ist, dass das Laken ungefähr doppelt so groß wie die Matratze ist und alles so rund rum festgesteckt werden muss, dass es superglatt ist.  „Crisp“ wie Chase immer sagt.

Double Bunks

Es gibt in der Haka Louge auch noch die 7am Schicht (Aufschließen, Küchen, Lounges und Bäder putzen), dann kommt Bettenmachen und Wäsche um 9am. Nochmal eine Putzschicht um 2pm (die werde ich im wöchentlichen Wechsel mit der 9am Schicht haben) und der Night Manager ab 8pm, der abschließt, noch eine Runde putzt, für Ruhe sorgt und Notfalldienst hat. Jede Schicht dauert 5 Stunden.

Ich arbeite normalerweise immer Mittwoch bis Freitag.

  Wie gemalt - Sonnenuntergang von der Terrasse der Haka Lodge

Dienstag war ich im Café von 11am bis Ladenschluss um 4pm. T, die 2. Barista, eine typische Maori (groß, kräftig, laut)  hat angefangen mich in die Kasse einzulernen. Da Teil überfordert mich noch vollkommen und man sollte allen Leuten an der Kasse viel mehr Respekt zollen. Da ist Multitasking in seiner Reinsten Form. Lächeln, Grüßen, Verstehen was die Leute wollen, sich das merken und eintippen, an alle rund rum weitergeben, kassieren, verabschieden ect.

Mittwoch und Donnerstag hab ich im Hostel Betten gemacht, einen Tag als Team mit Alex als Teil des Trainings, einen Tag alleine. Ich muss zwar noch schneller werden, aber Chase ist an sich mit dem Zustand der Betten zufrieden.

 

Da ich ja am Montag, was eigentlich mein freier Tag ist, gearbeitet habe, hatte ich Freitag frei. Das war mir aber irgendwie nicht so ganz klar, also bin ich aufgestanden und wollte anfangen zu arbeiten… Typisch verpeiltes Verhalten von mir.  Weil ich schon mal wach war, hab ich ein bisschen Mails beantwortet und Daten sortiert. Nachmittags bin ich mit Eva und Lukas vom Team zum Schwimmen gegangen. Eva macht das an 5 Tagen die Woche, je 1 Stunde. Ich bin ganz stolz auf mich, dass ich da mithalten konnte und tatsächlich mehr oder weniger eine Stunde am Stücke meine Bahnen gezogen habe. Nur das Wasser im Schwimmbad ist irgendwie seltsam salzig und trocknet die Haut total aus.

Samstag ist noch Reinhild aus Norwegen in den Staffdorm eingezogen, damit ist das Sommerteam fürs Erste fast vollständig. Außerdem hab ich im Café gearbeitet, wir hatten eine Ankündigung von 75 Senioren aus einem Bus, deshalb waren wir an dem Tag zu sechs was einer Mehr als sonst ist. Irgendwie war es dann aber gar nicht so geschäftig und stressig wie befürchtet.

Robert Harris

Sonntag war das für super viel los. Ich bin nur durch die Gegend gesprungen um alles gleichzeitig zu machen. Pat hat ganz ungläubig gelacht, als ich auf die Frage, wie es mir gefällt und ob ich klar komme mit einem begeisterten „Ich liebe es“ geantwortet habe. Und das stimmt, es macht mir gerade super viel Spaß, dass es geschäftig zu geht. Dass ist wie beim Pasquale in der Küche oder an einem geschäftigen Tag in der Wangener Bibliothek.

 

Heute war mein freier Tag und er war ziemlich durchwachsen. Ich bin früh aufgestanden, weil ich wusste, dass die Räder wieder repariert sind und ich zu den Craters of the Moon fahren wollte. Dann hab ich aber erstmal noch fast eine Stunde mit Mama telefoniert und nach dem ich endlich losgefahren bin, musste ich feststellen, dass das Fahrrad totaler Schmu ist und alles andere als repariert. Die Gänge haben sich die ganze Zeit von alleine verstellt, was super gefährlich war auf diesen ultraschmalen Mountainbike-Treks am Waikato River. Ich musste jede Steigung hochschieben. Ihr fragt euch jetzt sicher, warum ich nicht einfach umgedreht habe und ein anders Fahrrad genommen habe. Es war Faulheit, auf der Teerstraße funktioniert das Fahrrad ganz okay, es hat erst 20 min entfernt im Park angefangen Zicken zu machen.

Die Radwege hier... ich sags euch

Ich bin also mit dieser Todesfalle auf Rädern zum Geopark gefahren und nur 2x in Brombeeren gefallen – yeahie. Entsprechend gut war ich gelaunt. Der Park an sicher war dann aber super spannend. Man hat schon so ein extraterrestrisches Gefühl auf diesen Holzstegen zwischen den dampfenden und zischenden Löchern und der seltsamen, nur dort vorkommenden, Vegetation.

  Craters of the Moon Mud Crater

Der Rückweg war dann fast so schlimm wie der Hinweg, mein Hintern hat von dem unbequemen Sattel wehgetan und ich bin auf der Straße zurückgefahren, weil das sicherer und schneller war.

Komplett fertig bin ich dann noch schnell einkaufen und zurück zum Hostel. Erstmal was essen und duschen.

 

Mehr gibt es auch gar nicht zu erzählen, auch wenn das sicher schon wieder ausschweifend und lang genug war. ^.°

 

Liebe Grüße und bis nächste Woche

Chrissy 

05November
2018

Wenn's läuft, dann läufts

Kia Ora, 

wieder eine Woche rum. Man ging das schnell. Und ich sollte wirklich wieder anfangen aufzuschreiben was ich jeden Tag gemacht habe. Das würde mir beim Schreiben der Einträge definitiv helfen. 

Am Dienstag (30.10.) habe ich mich zu den Huka Falls aufgemacht. Da fließen jeden Sekunde 200,000 Liter Wasser durch eine enge Schlucht aus Vulkangestein und rauschen dann 11m tief in das Fallbecken. Es ist absolut beeindruckend diese eisblauen und schneeweißen Wassermassen zu beobachten. Die Huka Falls sind 1 Stunde vom Hot Steam bzw. 1,5h vom Hostel entfernt (ca. 6 km). 

Huka Falls Huka Falls Lookout

Und dann war da ein Schild... Lake Aratiatia Dam 2 Kilometer... Und ich dachte mir so: "Warum eigentlich nicht, der Tag ist noch jung, das Wetter ist (noch) gut. Also bin ich losgelaufen und gelaufen und gelaufen bis zum Damm (ca. 8 km). Ich war gerade rechtzeitig da um das Öffnen der Schleusen zu sehen.

Und mich persönlich hat das noch mehr beeindruckt als die Huka Falls. Wenn man die Schlucht vorher sieht, so ruhig und friedlich und sie dann die Schleusen öffnen.

Lake Aratiatia Dam vorher Lake Aratiatia Dam vorher

Die Schlucht fühlt sich mit diesen Unmengen an Wasser, das sich mit einer solchen Macht seinen Weg sucht und innerhalb von Minuten aus diese stillen Schlucht in einen reißenden Fluss macht. Wahnsinn.

Lake Aratiatia Dam nachher

Leider hat das Wetter gerade dann schlossen zu zu ziehen und mir ist aufgegangen, dass ich die ganzen 3,5h wieder zurückwandern muss. 

In der Hälfte hat es natürlich auch angefangen zu regnen. Irgendwann bin ich nur noch halbwach vor mich hingetrottet, was im Nachhinein einerseits entspannend, andererseits auch sehr anstrengend war. Immerhin bin ich 29.7 km gelaufen bis ich wieder am Hostel war und hab damit meinen persönlichen Rekord gebrochen. 

Hello Sweetie Selfie-Time

Am Abend hat der Staff mich dann eingeladen mit ihnen in der Louge zusammen zu sitzen. Wir haben gequatscht, Karten gespielt und ich hatte so schon einmal die Chance meine zukünftigen Kollegen und Zimmergenossen kennen zu lernen. 

 

Am nächsten Tag bin ich mit den gleichen Leuten zu einer Wanderung auf den Mount Tauhara aufgebrochen. 

Man könnte es den Hausberg von Taupo nennen. Die Kiwis hier nennen ihn den schlafenden Drachen, weil er aus einer bestimmten Perspektive so aussieht und natürlich - was sollte er sonst sein - ein Vulkan ist. Man startet von einem Parkplatz, wandern das erste Stück über Kuhweiden bis zur Waldgrenze und dann geht es über einen der typischen Kiwi-Bushwalks immer bergauf bis auf 1.008m über dem Meeresspiegel. 

Ganz offizieller Kiwi WanderwegMt. Tauhara

Der Ausblick war atemberaubend, der Wind eisigkalt und sehr böig und wir haben als Gruppe einige gute Fotos gemacht. Leider hat Bradley die noch nicht rausgerückt.

Weil es aber wirklich sehr kalt dort oben war, sind wir nicht allzu lange geblieben.

 Ausblick Osten

Panorama Mt. Tauhara

Zurück im Hostel haben wir zusammen Spaghetti Bolognese gekocht, gut gegessen und uns im Staff Dorm zum Trinkspiele spielen getroffen (Ich war sowas von hydriert danach, weil ich mit Wasser gespielt habe ^^) 

 

Leider ist das Wetter danach richtig schlecht geworden, so dass man nicht viel unternehmen konnte. Ich habe also am Donnerstag nur meinen Arbeitsvertrag vom Café gelesen und unterschrieben und abends haben wir in der Hostel Lounge einen Disney-Filme-Abend veranstaltet. 

Freitag wollte ich eigentlich mit dem Fahrrad zu den Craters of the Moon fahren, aber alle Fahrräder im Hostel waren kaputt. In der Stadt wollte ich keines für deutlich mehr Geld leihen und auf eine weiter 21km Wanderung hatte ich auch keine Lust. Das muss also warten. Alternativ habe ich meinen Arbeitsvertrag im Café abgegeben, war einkaufen und habe mich am Nachmittag wieder einer Gruppe vom Hostel angeschlossen, die zum Hot Steam und anschließend zum Huka Fall gefahren sind. 

Ich habe es sogar mal geschlaft zeitig ins Bett zu gehen und auch zu schlafen.

 

Samstag (03.11.) war dann mein erster Arbeitstag im Café ich habe um 10 Uhr angefangen und 4 Stunden bis 14 Uhr gearbeitet. 

Es war anstrengend, geschäftig, spannend und ich habe viel gelernt bzw. muss auch noch viel lernen. Sie haben mich an allen Bereichen ausprobiert. Bedienen an der Theke, Essen zubereiten, Bestelltes an die Tische bringen, spülen, Tische abräumen, Putzen usw. 

Was hier in Neuseeland anders ist als in Deutschland ist, dass man in vielen Cafés/Fast Food Restaurants usw. an der Theke bestellt, direkt bezahlt, einen Aufsteller mit Nummer bekommt und die Mitarbeiter einem das Bestellte dann an den Platz bringen. Die Tische selbst haben also keine Nummer, sondern viel mehr die Person. 

Sonntagmorgen bin ich zuerst in den Staffdorm umgezogen und hatte dann meine nächste Schicht im Robert Harris Café (RH) vom 11 bis zum Ladenschluss um 16 Uhr. 

Neue Arbeitskleidung vom RH

Mein Wochenarbeitsplan wird also vermutlich so ausssehen, dass ich 6 Tage arbeite. 3 Tage im Café (Sa., So., Di.), 3 halbe Tage im Hostel (je 5h am Mi., Do., Fr.) und Montag ist dann mein freier Tag. 

Diesen Montag hatte ich meinen allerdings ersten Arbeitstag im Hostel bzw. mein ersteres Training von 3. Man sollte ja denken, dass Betten machen einfach ist, aber Himmel Herr Gesangsverein ist das viel Laken und wie soll ich das glatt bekommen und wie werden nochmal die Ecken gefaltet und auf eine Mal sind Stockbetten auch nicht mehr so cool.

Nicht, dass ihr das falsch versteht, es hat Spaß gemacht, aber ich muss noch einige Betten beziehen bis das richtig gut und in einer annehmbaren Zeit funktioniert. 

 

Morgen bin ich wieder im RH (11 bis 16 Uhr). Deshalb sollte ich jetzt auch schlafen gehen. 

Macht es gut und bis zum nächsten Mal. 

 

Chrissy

 

 

21Oktober
2018

Ein neuer Anfang in Taupo

Hallo nach Deutschland, 

ich bin jetzt seit fast 2 Wochen in Taupo. 

Zugegeben in der ersten Woche habe ich nicht viel mehr gemacht als mein Leben zu chillen, auszuschlafen und zu genießen einfach mal nichts zu tun. Nach 4 Wochen nonstop Arbeit hatte ich mir das auch verdient. 

 

Hier in der Haka Lodge schlafe ich momentan in einem 9er Dorm im Nebenhaus. Das Badezimmer ist im ersten Stock und nur über die Außentreppe zu erreichen. Das ein bisschen doof, aber dafür waren bis jetzt im Zimmer nie mehr als 3 Betten gleichzeitig belegt. 

Kun und ich Lakeside

Donnerstag bin ich mit meinem Zimmermitbewohner Kun den Lion Walk den See enlang gewandert. 

Wir sind bis zur 2 MIles Bay gelaufen und haben uns dann entschieden die Richtung zum Mt. Tauhara einzuschlagen. Wir sind dabei am Waipahihi Botanical Reserve vorbeigekommen, haben dort einige Zeit zwischen riesigen, farbenfrohen Rhodoendren und anderen blühenden Büschen verbracht. 

Waipahihi Botanical Reserve Look out Mt. Tauhara Mein kleine Farm-Feeling

Weil das Wetter zugezogen hat, haben wir uns auf den Rückweg gemacht und haben uns stattdessen noch das kleine Museum von Taupo angesehen.

Leider war das auch der letzte Tag von Kun in Taupo, aber wir haben abgemacht uns im Frühjahr in Wellington wieder zu treffen, wo er arbeitet und lebt.  

 

Nachdem ich meinen kurzen Urlaub mit Nichtstun, Entspannen und Stadtspaziergängen verbracht habe, habe ich schließlich auch angefangen mein Resume bzw. meinen Lebenslauf (CV) nochmal zu überarbeiten. Nick von der Rezeption war so nett ihn gegenzulesen und für mich auszudrucken. Allgemein sind die Mitarbeiter vom Hostel meganett und ich schau jeden Tag mindestens einmal an der Rezeption vorbei um ein Schwätzchen mit Nick oder einem der anderen zu halten. 

Mit meinen CVs in der Tasche bin ich dann durch die Stadt spaziert und hab ihn überall dort wo ein "Hiring now"-Schild hing abgegeben. 

Außerdem hab ich mich in meinem Hostel als Reinigungskraft und Nachtmanager beworben. Mit 15 Stunden Arbeit bzw. 3 Tagen kann ich meine Wohnkosten hier decken.

 

Am Samstag hatte ich dann ein Probearbeiten in einem italienischen Restaurant als Bedienung. Das war okay, ich hab 2 Stunden gearbeitet und mich nicht allzu doof angestellt. 

Sonntag war ich erst im Spa Thermal Park am Hot Stream. Man kann dort kostenlos in einem heißen Fluss, der in den Waikato River mündet baden. Der heiße Fluss hat etwa 40°C und der Waikato ist noch sehr kalt. Es ist echt schön da und total entspannend, trotz der vielen Leute. 

Waikato River Hot Steam

Am Abend bin ich auf das Taupo Halloween Film Festival gegangen. Alle Besucher,  inklusive mir, sind verkleidet gekommen, zum Teil richtig aufwendig. Das Kino hat eine Gruseltour angeboten, die echt gut gemacht war. Man ist durch dunkle Gänge gelaufen und durch thematisierte Kinosääle mit schaurigen Stationen. Sie haben auch einen Teil des Kinos mit eingebunden, der gerade im Umbau und deshalb Baustelle war. Alles war toll dekoriert und die Erschrecker haben mit beeindruckendem Make-up und Schauspiel für die richtige Gruselstimmung gesorgt.

Homocidal Maniac 

Die Kurzfilme, die gezeigt wurden, waren zumeist von lokalen Filmemachern, vieles war Horror Comedy, manche waren richtig gut und hochwertig produziert und bei einem Film hab ich mich sogar erschreckt. 

 

Heute (29.10) hatte ich ein Probearbeiten (gerade mal 30 Min.) im Robert Harris Café und auch gleich das Angebot für den Job gekommen. Da mir das besser gefallen hat als im italienischen Restaurant werde ich am nächsten Samstag anfangen im Café zu arbeiten. Erstmal bin ich hauptsächlich in der Küche und kümmere mich um das Geschirr (Abräumen, Tische wischen, Spülen und so). Die Mitarbeiter werden mich nach und nach in alle anderen Bereiche einlernen. Ich fange mit 20 Stunden und 4 halben Tagen an. Zur Hochsaison wird sich das dann steigern. 

Zurück im Hostel hab ich auch ein Jobangebot als Reinigungskraft bekommen. Die Managerin und ich setzten uns, nachdem ich meinen Vertrag und Dienstplan fürs Café bekommen habe, zusammen und besprechen meine Konditionen und Arbeitszeiten für das Hostel. 

Läuft also bei mir cool

 

Was gibt es sonst noch? Die Lebensmittel sind megateuer in NZ. Ich hab die letzten Tage sicher über 150$ im Supermarkt ausgegeben, dabei hab ich eigentlich nur Grundnahrungsmittel und frisches Obst & Gemüse gekauft. 

Mein Handy bzw. die Ladebuchse funktioniert jetzt auch wieder, gleich an meinem ersten Tag haben ich einen Handyladen gefunden, der sein Handwerk versteht und nicht nur Geld machen will. Die haben die Buchse erstmal saubergemacht und - oh Wunder! - einen kleinen Papierschnipsel gefunden. Das Ganze hat mich 25 € gekostet. 

 

Bis zum nächsten Mal und liebe Grüße aus meiner neuen temporären Wahlheimat

Chrissy

P.S. Ich habe alle Youtube-Links in den vorherigen Blogeinträgen überabeitet. Sie sollten jetzt alle funktionieren. 

P.P.S. Ich entschuldige mich vielmals für die ganzen Rechtschreibfehler in meinen Einträgen. Ich lese sie zwar immer mindestens doppelt, leide aber an einem schweren Fall von "blind beim Lesen des eigenen Textes". Wer also Fehler findet, möge sie mir verzeihen und darf sie im Gegenzug behalten. 

16Oktober
2018

Von Don Quijote und Sisyphus

Täglich grüßt das Murmeltier in Galatea,

der Grund, dass bei mir kein neuer Blogeintrag kam war, dass wir 2 Wochen Schulferien hatten in dieser Zeit nicht in die Stadt gefahren sind und ich folglich auch keine Freizeit mit Internetzugang hatte.

Mittlerweile bin ich nicht mehr in Galatea, sondern dauerhaft in Taupo, aber lasst mich erzählen wie die restliche Zeit bei den Steiners war. 

 

Die Lage hat sich in der ganzen Zeit nicht viel verändert. Ich fühlte mich wie Don Quijote in seinem Kampf mit den Windmühlen oder eben wie Sisyphus.  In dieser Familie haben alle eine Tendenz dazu Chaos zu hinlassen, wo immer sie sind. Die machen schneller Unordnung als ich aufräumen konnte. Einmal umgedreht und es sah aus als hätte eine Bombe eingeschlagen.

Spielzimmer aka Garage vor dem Aufräumen Spielzimmer nachher

Mein Arbeitsrhythmus in den Ferien sah so aus, dass ich um 04.20 Uhr morgens aufgestanden bin, um 04.45 Uhr bei den Steiners auf der Matte stand, den Lämmern die erste Flasche gegeben habe und dann bis die Kinder aufgewacht sind 2-3 Stunden auf der Coach geschlafen habe. Dann habe ich die Kinder angezogen, mit ihnen gespielt und ihnen Frühstück gemacht. Olivia war währenddessen mit Barry im Stall und ist gegen 09.00 Uhr zurückgekommen.  Gegen 10.00 Uhr haben die Steiners gefrühstückt,  während ich um sie herum sauber gemacht habe. Ich habe ich mit den Kindern und den Lämmern für den Pet Day in der Schule trainiert oder es zumindest versucht (die Lämmer haben eine längere Aufmerksamkeitsspanne als Freddie). Außerdem war mein Hauptsatz „Be gentle with your lambs!“

Cyborg trifft auf Kühe Starfire trifft auf Snowy

Dann habe ich bis 13.00, manchmal 14.00 Uhr weitergearbeitet, zum Mittag gegessen, ca. 1 Stunde mit den Kinder gespielt und bin dann zu meinem Häuschen zurückgegangen um die Batterien auszuladen (meistens habe ich in meinem eigenen Garten das Unkraut entfernt oder meine Festplatte aufgeräumt – je mach Wetter). Dann bin ich um 19.45 Uhr zurück zu den Steiners, habe Küche und Essbereich aufgeräumt, den die Kinder in den paar Stunden komplett verwüstet haben und etwa eine Stunde bis zum Abendessen mit ihnen gespielt. Mein Gastgeschenk - ein Tierbaby-Memory von Ravensburger -  ist zumindest bei Amelia sehr gut angekommen und fester Bestandteil des Abends. Nach dem Essen räumte ich den Tisch ab, die Spülmaschine ein und die Küche auf, während die Eltern die Kinder ins Bett brachten, bevor ich gegen 22.30 Uhr zurück zu meinem Haus und direkt ins Bett gegangen bin. Im Prinzip habe ich also ich unbezahlt Vollzeit als Haushälterin gearbeitet.

1 Vormittag Unkraut jäten  Der

Ich habe in den Ferien die übrigen Zimmer bis auf das Büro gesäubert, außerdem den Garten und den 2. hintern Garten aufgeräumt, den Sandkasten umgegraben, Pflastersteine auf der Terasse verlegt und angefangen im Garten Unkraut zu jäten (vermutlich das erste Mal seit min. 2 Jahren und das ohne Hilfsmittel oder Handschuhe. Meine Hände sehen mittlerweile richtig schlimm aus). Außerdem haben wir (Barry, die Kinder und ich) den alten Hühnerpferch für die Lämmer vorbereitet und kniehohes Gras entfernt (die Steiners haben keinen Rasenmäher, zum Rasenmähen kommt immer ein buchbarer Nachbar mit seinen Profigeräten, also haben wir es mit den Händen ausgerissen oder niedergetrampelt). Ich habe auch angefangen den ehemaligen Gemüsegartenn wieder sichtbar zu machen. Dazu kommt außerdem die normale Hausarbeit wie Kehren oder Staubstauben, Aufräumen und Wäsche zusammenlegen und nebenher einen Blick auf die Kinder haben.

 

Zum Glück haben wir auch ein paar Ausflüge macht, ansonsten wäre ich wegen einem Lagerkoller wohl komplett durchgedreht. Ich war einfach komplett an die Steiners gebunden und abhängig davon wo sie hingehen. Ohne Auto hat man hier keine Chance. Sogar bis zum nächsten Anfang des Wanderweg sind es 6km.

Wir waren auf dem Spielplatz am See Aniwhenua, beim Fischen am Fluss, der auch ein Teil von dem großen Steinerischen Besitz ist, aber wir haben nichts gefangen. Wir waren im kleinen Supermarkt in Murupara einkaufen (beängstigend, dass das ein Highlight ist).

Leider keine Fische gefangen Lake Matahina

Auf dem Weg nach Whakatane sind wir am Stausee Matahina vorbei bekommen. In Whakatane waren wir erst in der Stadt, sind dann an den Strand (da war ein tolles Piratenschiff aus Treibholz und Amelia hat ganz viele Muscheln gesammelt), anschließend haben wir an einem anderen Strandabschnitt die schlechtesten Fish`n`Chips meines Lebens gegessen (nur fettig). Barry und Olivia haben eine Großeinkauf im Countdown gemacht, während ich mit den Kindern im Auto gewartet habe und sind anschließend  zurückgefahren.

Whakatane Beach drift wood ship Amelia am Strand von Whakatane Famile Steiner und die schlechtesten Fish`n`Chips von Whakatane

Dann waren wir noch in den Steinerischen Bergen wandern. Dafür muss man ein Flussbett entlangfahren bis es nicht mehr weitergeht, da fängt dann ein Wanderweg an der steil bergauf der steil bergauf führt. Ich hätte die Kinder an liebsten an die Leine gelegt, weil der Trampelpfad bergauf so schmal, gefährlich und schwierig war.

Wir haben eine Bonfire entzündet, was ziemlich cool war. Könnt ihr die flammende Dämonenfledermaus aus Holz im Feuer sehen? Oder bin ich etwa auf einen Balrog gestoße?

Balrog Waikaito Valley Hot pools 

Ich war mit den Kindern und Olivia außerdem im Waikaito Valley in den Hotpools, was sehr entspannend war.

Im Prinzip könnten es hier ganz schön sein und auch Galatea hat seine schönen Seiten (die Landschaft und der Sternenhimmel !!!), aber der Umfang und die Art und Weise sie ich hier meine Aufgaben erledigen muss vermiesen es wieder..

Eigentlich ist es schön in Galatea

Die Kinder werden zun Glück jeden Tag erträglicher, auch wenn sich ihre Launen schneller ändern als Wetter hier, was ziemlich schnell und unberechenbar ist. Ich glaube, dass liegt in großen Teilen daran, dass ich mich halt jeden Tag mit ihnen beschäftige, sie in meine Arbeit einbinde und helfen lasse, ihnen zuhöre und ihnen meistens auch erlaube so viel mit mir zu kuscheln wie sie wollen. Mittlerweile tun mir die Beiden nämlich richtig leid. Es könnten sicherlich sehr liebe Kinder sein, wenn sich nur mal jemand wirklich und tatsächlich mit ihnen beschäftigen würde.

Meine Nachmittage mit Toy

Der Labrador ist auch in mich verliebt, folgt mir überall hin, sobald ich draußen bin und bettelt um Streicheleinheiten. Sogar die Lämmer sind mehr oder weniger auf mich geprägt, weil ich die mit der Milch bin und auch diejenige, die mit ihnen und den Kindern trainiert.

 

Am letzten Ferientag habe ich meine Sachen zusammengesucht und gepackt und mein Häuschen besenrein geputzt. Es war vermutlich im letzten Jahrzehnt nicht einmal so sauber. Montag habe ich das Haus auf Hochglanz geputzt für den Besuch der Großeltern mütterlicherseits und bin zum ersten mal mit den Auto gefahren (wir brauchten Butter für den Kuchen und Olivia war anscheinend zu faul oder beschäftigt selbst schnell nach Murupara zu fahren und so habe ich das übernommen. Es ist alles gut gegangen.)

Wenigstens scheint Olivia meine Arbeit manchmal zu würdigen. Denn sie hat auf die Frage der Mutter, wer denn bitte in diesem Haus leben würde, denn es können niemals die Steiners sein. Mit „Chrissy is living here.“ geantwortet. Und bei der Verabschiedung heute (21. Okt.) hat sie gemeint, dass es schwer wird eine neue Chrissy zu finden und das sie wirklich dankbar für die Arbeit ist, die ich geleistet habe. 

 

Ihr fragt euch vielleicht was Olivia in der ganzen Zeit macht in der ich am Arbeiten bin… Tja, dass frage ich mich auch, denn im Prinzip macht sie nichts. Noch nicht mal kochen, dass macht Berry, wenn er aus dem Stall kommt. Und dann scheißt sie ihn auch noch an, wenn es da mal wieder länger gedauert hat und die Kinder dadurch nicht zeitig ins Bett kommen. -.-

Im Prinzip sitzt sie den ganzen Tag vor Facebook.

Olivia hat mir erzählt, dass sie auf Facebook verschiedene Blogs verfolgt und dafür kämpft, dass ihre Kinder ihre Hörgeräte für die Schule auch behalten dürfen, weil diese im Prinzip nur ein Leihgabe vom Ministerium für Bildung an die Schule sind.  Das ist sehr wichtig und ich kann das verstehen, aber wie gesagt unter Helper habe ich mir eigentlich nicht vorgestellt, dass ich anstelle von den vorgegebene 4 Stunden mindestens 8 Stunden am Tag arbeite, den Haushalt schmeiße, die Kinder betreue und das Ganze ohne Geld dafür zubekommen, ohne einen freien Tag, ohne in meiner Freizeit etwas von Neuseeland zu sehen. Ohne Zugang zum Internet und der Möglichkeit mir ein Auto oder eine Job zu suchen.

 Ich fühle mich hier oft wie Hausmädchen aus dem letzten Jahrhundert und haben außerdem das Gefühl, dass Olivia jeden Tag die Verantwortung für Haus und Kind weiter an mich abgibt. Insgesamt ist es zwar jetzt besser geworden, weil ich den Haushalt im Griff habe, das Arbeitspensum sich ein wenig reduziert hat und auch die Kinder mittlerweile einigermaßen meine Regeln verstanden haben, aber das ist echt nicht was ich mir vorgestellt habe.

Ich hab mittlerweile verstanden, dass Olivia einfach komplett ausgebrannt ist. Jede noch so kleine Hilfe für die nachweislichen Probleme ihrer Kinder muss sie hart erkämpfen. Das Bildungs- und Gesundheitssystem ist schmu hier. Sie muss sich außerdem täglich mit ihrem Mann rumschlagen, der absolut unzuverlässig und chaotisch ist, und nebenbei ebenfalls das Hörproblem hat und Schwierigkeiten damit Informationen im Hirn zu verarbeiten. Die Kinder können unglaublich anstrengend und fordernd sein und sie bekommt das einfach nicht gepacken. In Deutschland würde man die Frau vermutlich in die Kur schicken, in dieser ländlichen Gegend hier gibt es das alles nicht und eigentlich muss man auch für alles nach Auckland fahren. 

Im Endeffekt war es also  hauptsächlich Mitleid, gepaart mit unnötigem Verantwortungsgefühl und einer ordentliche Portion Durchhaltewille oder Kampfgeist, der mich in Galatea gehalten hat. 

  1 Platz in Pflege und Haltung

Am Dienstag (16.10) war Pet and Kids Day in der Schule. Da müssen die Kinder ihr Können mit den Lämmern in 3 Disziplinen beweisen: Praktisch in Führen und Rufen und Theoretisch bei Fragen zur Pflege und Haltung.

Diese Veranstaltung ist in den ländlichen Gegenden das Highlight des Jahres, normalerweise bringt jedes Kind dazu sein eigenes Haustier oder ein junges Farmtier mit. Leider grassiert hier gerade eine Krankheit unter den Kälben, weshalb die Steiners keine ihrer eigenen Tiere verwenden konnten und Lämmer sind durch ihre Größe für kleine Kinder eh besser geeignet.

Amelia hat den ersten Platz in Pflege und Haltung belegt und am Freitag beim Group Day, an dem Schulen der Region gegeneinander antreten, den 2. Platz in der selben Kategorie. Ansonsten haben die Kinder eher mittelmäßig abgeschnitten. Was kein Wunder ist, Olivia hat ihnen nie richtig erklärt was sie tun müssen und mir das Training mit 2 Kinder und 2 Lämmern alleine überlassen. Außerdem haben wir erst eine Woche vorher ernsthaft mit dem Training angefangen. Interessant zu sehen war es trotzdem.

Am Dienstag, nachdem wir die Lämmer nach Hause gebracht und die Kinder von der Schule abgeholt haben (Unterricht ist immer bis 15 Uhr) sind wir nach Rotorua gefahren.

Olivia hat mich da am Einkaufszentrum rausgeschmissen, wo ich versucht habe mein Smartphone reparieren zu lassen. Die Ladebuchse funktioniert nicht richtig und ich muss es wohl für teures Geld reparieren lassen – die Garantie gilt hier in NZ natürlich nicht. Sch**** aber auch und weil das noch nicht genug ist, hat sich das Ladekabel von meinem Nokia selbstgeröstet und funktioniert nicht mehr, weshalb ich, sollte ich das Smartphone einschicken müssen, keine für mehrere Tage kein Telefon habe.

Außerdem habe ich mir bei meiner Bank einen Bankauszug ausstellen lassen habe und meine Steuernummer beantragt. Im Macces  (gesegnet sei freies, unlimitiertes WIFI), habe ich dann am Blog weitergeschrieben, bin aber nicht zum Hochladen gekommen, dafür war keine Zeit mehr.  Da ich das Handyproblem habe ist es auch grad echt schwierig die Bilder vom Handy auf das Tablet zu bekommen (das Bluetooth funktioniert irgendwie auch nicht wie es soll)

Am meinem letzten Tag bei den Steiners habe ich mir endlich diese Unding von einem Kühlschrank und die Kücheninsel vorgenommen, während Olivia mit den Kindern in der Stadt war. 

Sonntagmorgen war ganz nach Murphys 1. Gesetz und stressig, aber schlussendlich bin ich jetzt endlich in Taupo angekommen. Hier will ich mir einen Job und ein Auto suchen und den Sommer über bleiben. Es ist ein großes Feriengebiet und echt schön.

   Angekommen am Lake Taupo

Liebe Grüße, 

Chrissy

P.S. Es war ein unglaublicher, nervenaufreißender Krampf diese Bilder ohne Kabel vom Smartphone auf das Tablet zu übertragen. -.-" Irgendwie hat erstmal nichts funktioniert. 

28Sept
2018

Angekommen im Nirgendwo

Hallo Deutschland,

Meine Tage in Auckland sind zu Ende und ich muss sagen 1 Woche reicht für die Stadt auch aus. Die ist nämlich ähnlich wie Heilbronn. Die Innenstadt, wenn man sie denn so nennen kann, ist eher meeh, dafür kann es außerhalb richtig schön sein. Eigentlich wollte ich in Auckland ja auch nur bis Montag (17.09.) bleiben, aber die Steiners haben mir geschrieben, dass sie mich erst am Freitag in Rotorua aufsammeln können. Also musste ich meinen Aufenthalt in Auckland verlängern, was im Nachhinein für Auckland als Stadt zwar zu lang war, aber anderseits ganz gut, weil ich Montag und Dienstag das Hostel wegen einer Erkältung mit fiesem Schnupfen sowieso nicht verlassen habe. Leider konnte ich in der Haka Logde nur bis Mittwoch, 19.09. bleiben, weshalb ich dann für die letzten 2 Tage leider das Hostel wechseln musste.

Das Frienz Backpackers ist günstig und nah am Busbahnhof, aber das ist auch schon alles Positive was man darüber sagen kann. Die Matratzen sind so dünn und durchgelegen, dass man auf dem Lattenrost schläft. Und der quietscht so sehr, dass man beim Umdrehen immer den halben Dorm aufweckt, aber das macht nichts, denn jedes Mal, wenn die Türe auf und zu geht, was in einem 12er-Dorm ständig ist, dann ist durch das zwangsläufige Knallen dieser Türe der ganze Dorm wach. Wenigstens war es einigermaßen sauber, wenn auch insgesamt etwas heruntergekommen und mit dem Charme einer Bahnhofwartehalle.

Den restlichen Mittwoch habe ich mir im Hafenviertel und Britomart vertrieben, was – entgegen der Empfehlung der Reiseführer -nicht sehenswert ist. Ich bin auch an der Eiskonditorei Giapo vorbeigekommen, die echt irre Sachen mit Waffeln und Schokolade machen, aber 25 $ für eine Kugel Eis war mir dann doch zu viel, egal wie cool die aussieht.  

Im Hostel habe ich abends Julian getroffen, er ist auch aus Deutschland und wie ich am Donnerstag auf Rangitoto Island wollte, also haben wir geschlossen uns zusammenzuschließen.

Wir haben uns Donnerstagmorgen um 08.45 Uhr getroffen, sind zum nahen Hafen gelaufen und um 09.15 Uhr waren wir auf dem Weg nach Rangitoto, dem Baby wie die Kiwis den Vulkan nennen, da sein Ausbruch erst 600 Jahre her ist, und die Insel bzw. der Vulkan somit die/der Jüngste in Auckland ist.

Rangitoto Island Julian und ich auf dem

Die Insel ist Naturschutzgebiet und irgendwie ein bisschen unwirklich. Die Wanderwege lassen sich nach deutschem Verständnis kaum als solche bezeichnen: Es sind schmale Trampelpfade quer durch den Wald und über schwarze Lavafelder. Da kommt ein bisschen ein Enterprise-Außenmission-Feeling auf. Wir wollten zuerst auf den Gipfel und das schnell um der Grundschule (ca. 100 Kinder) zu entkommen, haben dabei einen Abstecher durch die Lavahöhlen gemacht und oben  eine Runde um den Krater gedreht. Dann sind wir querfeldein über die Insel in die Ship Wreck Bay gewandert. Die heißt so, weil man da Schiffe zum Abwracken und Verrotten hingebracht hat.

Lava-Höhleneingang Ship Wreck Bay

Mit der letzten Fähre um 3.30 Uhr sind wir zurückgefahren und bis dahin 19 km gelaufen.

 

Freitag (21.09.) habe ich mich dann in den Bus nach Rotorua gesetzt, wo ich mittags angekommen bin. Ich hatte noch 3 Stunden bis Olivia zum Abholen kam. Also hab ich mir die nächste Bank gesucht und versucht eine Konto zu eröffnen. Was natürlich ohne offiziellen Adressnachweis und ohne Termin nicht geht. (Von wegen das ist in NZ so einfach). Danach bin ich durch die Einkaufstraße zurück zum Treffpunkt an der Touristeninfo und von da aus weiter in den Goverment Garden gagangen. Mit einem 20 kg Rucksack nicht gerade ein gemütlicher Spaziergang, aber der Garten war sehr schön, das Museum, das darin steht, von außen auch (auch wenn es gerade auf unbestimmte Zeit geschlossen ist, da es nicht den Erdbebenverordnungen entspricht). Ich habe dort auch meine erste Nase der berühmten Luft aus der Schwefelstadt Rotorua genommen und 2 kleine, heiße Quellen gesehen.

Stadtmuseum Rotorua im Goverment Garden

Um 3.30 Uhr habe ich mit Oliva getroffen, die genauso aussieht wie ich sie mir vorgestellt habe ohne je ein Bild gesehen zu haben – blond und rundlich. Wir mussten direkt weiter zur Reitstunde von Amelia und sind danach zum Einkaufen. Danach sind wir zurück nach Galatea gefahren. Auf der Strecke von 80km geht es die meiste Zeit durch den Wald. Galatea selbst ist kein Dorf, sondern eine Bezeichnung für die Farms in dem Tal, das von Bergen und Wald umschlossen ist. Die Steiner-Sippe wohnt in der Jolly Road (Großeltern, Cousins).

Olivia beim Lämmer füttern Freddie, Ich & Amelia

Meine Steiners wohnen in Jolly Road 219 , ich ca. 500m entfernt in 240. Das ist ein altes Farmhaus aus den 1920ern, dass ich mir mit sehr vielen Mäusen und Schaben teile. Internetzugang gibt es natürlich keinen.

Ich hab nach dem Video (Sonntag, 23.09.) 5 Stunden zugebracht, dass Haus von Mäusedreck und Schmutz zu befreien. Allerdings ist der Kampf gegen den Mäusedreck eine Sisyphus-Arbeit.

Am besten erzähle ich auch ein bisschen über die Steiners. Der Name Steiner rührt vom Schweizer Großvater her, die Steiners bestehen aus Barry (Milchbauer), Olivia (Hausfrau), Amelia (7 Jahre) und Freddie (5 Jahre). Sie betreiben eine Milchwirtschaft mit 220 Kühen und haben außerdem 2 Katzen, 2 Hofhunde, einen Hasen, 2 Meerschweinchen und 2 wenige Tage alte Lämmer. Barry und die Kinder haben Hörgeräte. Sie hören nicht schlecht, haben aber Probleme das Gehörte im Gehirn richtig umzusetzen. Barry nuschelt deshalb auch ziemlich und ist für mich schwer zu verstehen. (Ich glaub zumindest das das Nuscheln und Stottern von dem Hörproblem kommt, er hatte vermutlich nicht so viel logopädisches Training wie die Kinder)  

Barry war vor seiner Heirat selbst 20 Jahre als Backpacker unterwegs und hat ein eigenes Bierdosen-Museum mit über 12.000 Dosen aus aller Welt.

 

Allgemein besteht meine Arbeit hier hauptsächlich darin das Haupthaus zu putzen und die Kinder zu bespaßen, was anstrengender ist als ich dachte. Das liegt hauptsächlich am komplett chaotischen Zustand des Hauses und den wilden Kindern.

Meine Arbeitszeiten sind offiziell jeden Tag von 09.00 – 13.00 Uhr , danach steht mir der Nachmittag frei zur Verfügung. Wobei die Kinder natürlich darum betteln, dass ich mit ihnen spiele. Ohne Auto komme ich sowieso nirgendwo hin, selbst der nächste Wanderweg ist 6 km entfernt. 

Ich frühstücke in meinem Häusche, momentan ist es Porridge mit Erdbeermarmelade, das ist warm und hält lange satt, Mittagessen (meist Sandwiches) und Dinner bekomme ich bei den Steiners.

Freitags sind wir erst spät aus Rotorua zurückgekommen, Samstag habe ich das Wohnzimmer und den Küchenboden geputzt (auf Händen und Knien mit Bleiche, einen Schrubber oder Eimer gibt es nicht), Sonntag war Freddies Zimmer und mein Haus innen dran (ich habe 5 Stunden gebracht um es einigermaßen sauber zu bekommen o.O).  Montag habe ich angefangen Unkraut im Vorgarten zu jäten bis Olivia von vom Kinder in die Schule bringen zurück kam, drinnen habe ich dann Amelias Zimmer und den hinteren Flur aufgeräumt und bin mit gefahren um die Kinder von der Schule in Rerewaikaaitu abzuholen. Wir waren dann im kleinen Supermarkt von Murupara (eine Maori-Dorfgemeinschaft) und haben ein paar Dinge (unter anderem Putzschwämme für mein Haus) gekauft.

Freddies Zimmer vorher Freddies Zimmer nachher Amelias Zimmer vorher Amelias Zimmer nachher

Der Zustand der Kinderzimmer rührt hauptsächlich von einem Wutanfall über ein Time out von Seiten Freddie‘s her (angeblich). Bei dem Zustand des Hauses und einem ersten Eindruck gehe ich eher von unerzogenen, unkontrollierten Kindern und eine überforderten, etwas faulen Mutter aus. Vermutlich sollte ich diese Fotos eigentlich nicht hochladen um die Familie nicht zu beschämen, aber anderseits möchte ich euch meine Arbeit auch nicht vorenthalten .

Die Kinder gehören leider nicht zu der liebenswerten Sorte: Sie sind unerzogen, haben keine Manieren, sind wild, unsozialisiert (kein Wunder in der Galatea haben sie ja auch nur einander und sind die meiste Zeit sich selbst überlassen) und grob (Freddie macht wirklich alles in Rekordzeit kaputt) , ständig dreckig und sie haben definitiv keine Berührungsängste (Freddie ist nach 5 Minuten auf meine Schoß gewesen und sobald ich mich hinsetze haben ich mindestens eines, meistens beide auf dem Schoß sitzen)

Vielleicht muss ich mich nur eingewöhnen und den Kindern beibringen mich erst zu nehmen, aber sie sind wirklich schwer auszuhalten. Falls jemand schon meine Berichte aus Irland kennt. Die Niland-Kinder sind dagegen richtig liebenswert.

Und über Olivia ärgere ich mich auch ein bisschen. Ich bin zwar ihr Helfer, aber das heißt eigentlich nicht, was ich den Fußboden mit einem normalen Duschhandtuch getränkt in Reiniger auf Händen und Boden schrubbe, während sie im zugemüllten Büro facebookt. Wenigstens habe ich ungefähr die Hälfte des Hauses jetzt schon durch.

  Wohnzimmer nach dem Aufräumen Flur vor dem Aufräumen Hinterer Flur vor dem Aufräumen

Dienstag habe ich  die ersten 40 Minuten weiter im Vorgarten Unkraut gejätet, was gar nicht so einfach ist, wenn ein ausgewachsener, liebesbedürftiger Labrador permanent versucht auf deinen Schoß zu krabbeln und sich da einzurollen. Als es angefangen hat zu regnen bin ich rein und hab den restlichen Fußboden in Esszimmer und Flur geschrubbt und von Lämmer-Dreck, getrockneten Kaugummis und Wachsmalkreide-Flecken befreit. Als ich damit fertig war habe ich angefangen im Elternschlafzimmer die angeblich saubere Kleidung vom Boden aufzusammeln und in Personenhaufen zu sortieren. Die lagen da, den Dreck und Staub nach, auch schon länger

.Eltern Schlafzimmer vorherEltern Schlafzimmer nachher

12.20 Uhr sind wir zur Schule gefahren, weil die Kinder eine Probeaufführung für ihr Stück am Mittwoch hatten. Sie haben Teile der Legende von Maui dargestellt. Halb in Maori, halb in Englisch. Für eine Grundschule war‘s ganz gut gemacht und nett anzusehen. Weil Dienstag war sind wir danach nach Rotorua zum Einkaufen gefahren, haben neue Fahrräder für die Kinder und Lebensmittel besorgt.

Am Mittwoch habe ich den Vormittag freigehabt, den ich damit verbracht habe Rattengiftköder im Haus zu verteile und den Ofen für Abends vorzubereiten, weil ich duschen wollte und einen warmen Raum zum Haaretrocknen brauche. Das Haus hat nämlich ansonsten Außentemperatur. Ich bin gottfroh nicht im Winter hier sein zu müssen.  Rund ums Haus  habe ich auch für ein bisschen Ordnung zu sorgen.

Stall-Inventur Galatea

Am Nachmittag bin ich mit Barry in den Stall und hab Kühe gezählt.

In Neuseeland muss jede Kuh zwei Nummern haben, eine für die Datenbank zur Identifikation und eine für die Lebensmittelkontrollstelle mit der Farmnummer. Es gibt einige Fehler bei der Datenbanknummer, so dass ich im Prinzip kontrollieren musst, welche Kuh tatsächlich schon gekalbt hat und beim Melken ist und welche nicht.

Das Ganze habe ich am Donnerstag wiederholt und Samstag gleichen wir meine Liste mit den Daten im PC ab.

Donnerstagvormittag hab ich eine Stunde später bei den Steiners angefangen und diese Stunde dazu genutzt weiter um mein Haus herum sauber zumachen. Bei den Steiners hab ich erst die Betten der Kinder gemacht und die Zimmer gesaugt, dann den Fußboden rund um den Platz an dem in der Nacht die Lämmer schlafen mit irgendeinem scharfen Reiniger geschrubbt, was meine Händen nicht so gut getan hat. Olivia hat nämlich die Angewohnheit wenig zu putzen, aber wenn sie es tut, Unmengen von Bleiche- oder Chlorhaltigen Reinigern zu verwenden, die ich auf Grund ihrer schädlichen Wirkung gar nicht erst gekauft hätte. Die restliche Zeit bis zum Mittagessen hab mich mich ums Elternschlafzimmer gekümmert: Wäsche zusammengelegt, Müll aufgesammelt, gesaugt. Ein Raum weniger.

Schließlich hab ich noch bei der ANZ Bank angerufen und mich um meine Bankkonto gekümmert, in Taupo muss ich dann nur noch die letzten Feinheiten erledigen und unterschreiben.

Am Nachmittag bin ich zum Umziehen zurück zum Haus und anschließend zu Barry in den Stall.

 

Heute bin ich ein bisschen Freizeit in Taupo, welche ich nutzen kann um diesen Eintrag in einem Café hochzuladen, meine Bankkonto fertig zu machen und ein bisschen für mich privat einzukaufen.

 

Bis zum nächsten Mal

Chrissy

 

 

15Sept
2018

Kia Ora Auckland

Hallo meine Lieben, 

hier kommt der erste Zwischenbericht aus Neuseeland. 

Von meinem Flug und dem ersten Tag hab ich euch ja schon im letzten Eintrag erzählt. 

Am Mittwoch (12. Sept.) hab ich erstmal versucht mich ein bisschen in der Stadt zu orientieren. Ich bin also mehr oder weniger kreuz und quer durch die Stadt gelatscht, war dabei im Albert Park, an der University of Auckland,  in der Auckland Art Gallery und hab mir am Abend ein 48h Ticket für den Hop on Hop off Bus gekauft.

Clocktower Univerty of AucklandMitmachprojekt

Außerdem hab ich mir St. Patricks Cathedral und den Sonnenuntergang vom Skydeck auf dem Skytower angesehen. Der Skytower ist mit 328m das höchste Gebäude der südlichen Hemisphäre. 

Was zugegeben nicht so beeindruckend ist, wenn man eine Woche vorher auf dem Burj Khalifa (500m höher) war und die Baupläne für den Dubai Creek Tower gesehen hat. Aber schön war es trotzdem. 

Der Skytower Sonnenuntergang auf dem Skydeck Fast ist wie ganz weg

Früh am nächsten Morgen bin ich dann mit dem Explorer Bus losgefahren und gleich wieder am Hafen ausgestiegen, nach einem kurzen Rundgang dort bin ich mit der Fähre nach Devonport rüber gefahren. Dort bin ich als erstes auf den North Head hochgelaufen. Dieser Vulkan hat eine lange, militärische Geschichte, unter anderem mit einer "Disappearing Canon" und vielen, sehr dunklen und gruseligen Tunneln in der Befestigungsanlage. 

Ungefähr hier sind die ersten Maori gelandet  Mt. Victoria mit Blick auf North Head Ein sehr großer Baum, einer von vielen

Dann bin ich nach einem Abstecher am Strand durch die Wohngebiete auf die andere Seite und rauf auf Mt. Victoria gelaufen. Die Architekturbegeisterten unter euch wären angesichts der viktorianischen und edwardianischen Häuser links und rechts, eines schöner als das andere, sicher ewig da geblieben zum schlendern. 

Durch diese ganze Rumwanderei habe ich es allerdings an diesem Tag nur noch bis zum Bastion Point geschafft und bin dann mit dem Hop on Hop off Bus zurück in die Stadt gefahren. Der Letzte davon fährt nämlich schon um 4.30pm. 

Allgemein machen die meisten Läden hier recht früh zu und auch für Restaurant ist es keine Seltenheit um 21 Uhr die Stühle hochzustellen. Und irgendwie erinnert Auckland ein bisschen an einen Western.

K' Road

Am nächsten Tag hab ich es immerhin zum Auckland War Memorial Museum, der Auckland Domain, den Wintergärten und Mt. Eden (noch ein Vulkan) geschafft. 

Maori Boot Ein Kiwi Im Kalthaus der Wintergärten

Im Museum hab ich viel Interessantes aus der Maori Kultur gesehen und mir auch eine Maori Cultural Performance angeguckt. Die Wintergärten war richtig schön.

Und von Mt. Eden hat man eine tolle Aussicht auf die Stadt.

Der Krater von Mt. Eden Summit Road

Mittlerweile sind wir bei Tag Nr. 5 angelangt, an dem bin ich mit dem Bus zu den Eden Gardens unterhalb von Mt. Eden gefahren. Ein sehr schöner Landschaftsgarten am Hang - naturnah angelegte Gärten mit gewolltem Urwald und sorgsam gepflegten Bereichen mit unterschiedlicher Bepflanzung. 

Zurück an der Symonds St. hab ich mir dort den Friedhof angesehen. Er ist aus der Siedlerzeit (Ende 19. Jh.), es wurde eine Brücke darüber und somit zwischendurch gebaut, er geht in einen (Ur-)Wald über und ist natürlich gleichzeitig auch einer der vielen Parks der Stadt.

Symonds St. Cemetery & Grafton Bridge Symonds Cemetery & Grafton Gully (Tal)

Weil es noch hell war, bin ich danach die ganze K'Road entlang gelaufen, dann ein Stück durch den Western Park und zurück. 

Blöderweise hab ich dann nachts eine richtig übel laufende Nase bekommen. 

Am Sonntag bin ich trotzdem, mit einem Abstecher in der Apotheke, nach Botany gefahren und von dort weiter nach Horwick (das war ziemlich kompliziert), weil ich unbedingt in das Horwick Historial Village wollte. An jedem 3. Sonntag wird dieses alte Siedlerdorf-Museum von Darsteller bevölkert, die einem die damalige Zeit noch etwas näher bringen. 

Die Küche eines Siedler-Hauses mit Hausmädchen Die Maori haben die Siedlern geholfen, die ersten Unterkünfte zu bauen

Meine Erkältung ist natürlich nicht besser geworden, weshalb ich Montag und Dienstag komplett im Hostel geblieben bin. 

Morgen möchte ich allerdings die noch fehlenden Stadtteile Ponsoby und Britomart sehen, außerdem muss ich weil ich länger in Auckland geblieben bin als geplant noch das Hostel wechseln. Und am Donnerstag möchte nach Rangitoto Island fahren. 

Freitag geht es dann auf nach Rotorua, wo ich meine Hosts, die Steiners (ja, es sind Kiwis), treffe und mit ihnen nach Galatea fahre. Ich bin schon gespannt. 

 

Bis nächste Woche aus Galatea, 

Eure Chrissy

 

05Sept
2018

Aufbruch in neue Welten

Hallo meine Lieben, 

nach meinem Umzug von Heilbronn zurück nach Vogt (mir war übrigens nicht gewusst, wie viel Sachen man auf 16m² unterbringen kann o.O Waren das viele Kisten) und einer mehr oder weniger stressigen letzten Vorbereitungswoche, bin ich am 05.09. endlich gestartet. 

Erstmal ging es mit Emirates nur 6 Stunden von München nach Dubai, wo ich einen fünftägigen Stopover hatte. 

Blick auf Dubai

Dubai ist eine wirklich faszinierende Stadt, auch wenn es ständig so anfühlt als würde einem mit dem Fön ins Gesicht geblasen. Die Temperaturen waren schon morgens um 9 Uhr an der 30°C Marke, sind dann auf ca. 43°C hoch und auch abends nur leicht gesunken, wobei die Luftfeuchtigkeit am Abend irre hoch war. Zum Glück hat es überall Klimaanlagen (ca. 21°C)

 

Tag 1

Am ersten Tag stand erstmal das Burj Khalifa und einen Wüstensafari auf dem Plan. Ich bin mit dem Taxi zum Burj Khalifa gefahren (Taxis sind günstig, an jeder Ecke und sparen Zeit und Nerven, zumal mein Taxifahrer Ali superfreundlich und hilfsbereit war). Der Eingang zu "At the top", der Aussichtsplattform im 124 & 125 Stockwerk, liegt in der Dubai Mall, die an sich schon eine Attraktion ist und schlicht überwältigend. 

Burj Khalifa von unten Der Blick nach unten

So weit oben in einem Gebäude zu sein, (452 m) ist schon krass (leider war es an allen Tagen wegen einem Sandsturm einen Tag zuvor ziemlich diesig). Dubai erinnert an einen riesigen Sandkasten in dem ein Kind Architekt spielt, überall wird gebaut und das hauptsächlich in die Höhe.

Das Aquarium mit Zoo in der Mall selbst ist allemal einen Besuch wert. Es ist das Aquarium mit der größten, durchgängiger Scheibe und man kann durch einen Tunnel mitten durchlaufen. So nah werde ich einem Hai hoffentlich in Natura nie kommen.

Dubai Aquarium HAI  

Weil es dann schon fast Zeit für die Safari war, bin ich von der Mall zur Metro gelaufen, was erwähnenswert ist, da die Verbindung zur Metro komplettt Indoor, aber über Brücken und durch Gebäude geht und man 15 min. braucht (auf Laufbändern wohlgemerkt). 

Gegen 16 Uhr bin ich für die Wüstensafari an meinem Hotel abgeholt worden und in einem vollgesetzten Land Rover in die Wüste gekarrt worden. Da ist es sogar noch heißer und es ist schwer sich vorzustellen, dass da irgendetwas leben soll. 

Sand Sodom´s Äpfel

Nach dem der Reifendruck reduziert wurde, sind wir über, um und zwischen den Dünen entlang gebrettert, was ziemlich Spaß macht, aber nichts für schwache Mägen ist. 

Überall Sand

Wir haben verschiedene Fotostops gemacht, eine Kamelfarm gesehen und sind dann am Camp angekommen.

Das ist leider alles sehr touristisch und spartanisch. Man kann Sachen machen wie Kamelreiten, ein Hennatattoo bekommen (kostet extra), Sandboarding, die Düne runter machen (beim 2. Mal bin ich bis zum Schluss stehen geblieben), mit einem Quad durch die Dünen fahren (kostet extra), Shisha rauchen, einem Sandküstler zusehen, Fotos mit einem Falken machen (kostet extra).

 

Es gibt ein BBQ (wenn man Hammel mag, dazu ein paar wenige Beilagen und arabisches Brot), 3 Shows (türkischer Männertanz, Feuershow mit Pois, Bauchtanz) wobei die Künstler sich selbst am Besten fanden – es ist in diesem Camp leider überhaupt keine Stimmung aufgekommen.

Um 21 Uhr gabs einen Rausschmiss und unser Fahrer ist wie ein Irrer zurück durch die Dünen gebrettert und gedriftet und hat uns am Hotel abgeliefert.

 

Tag 2

Am nächsten Tag hab ich am Vormittag eine Stadtrundfahrt gemacht, die wirklich nur das war, eine Rundfahrt im Bus mit nur einem 30 min. Stop am Strand vorm Burj Al Arab – ziemlich langweilig, wenn das ganze 4 Stunden dauert und der Fahrer nix erzählt. Einen guten Teil hab ich dann auch verpennt. Dann hab ich mir selbst über die App VisitaCity einen Reiseplan erstellt und bin gegen 20.30 Uhr nochmal los zur Dubai Mall. Die ist wirklich exorbitant groß. Tatsächlich so groß, dass es Indoor-Taxis gibt & zum Verlaufen einlädt. Ich hab mir den Souk, den Dino, das Modell des Creek Towers, den Wasserfall, die Eislaufbahn und natürlich die Show am Dubai Fountain angesehen (wobei es da draußen am Wasser wie im Dampfbad war). Bei Mall-Schließung um 12 Uhr bin ich zurück zum Hotel.

Der Dino

Allgemein sieht man außerhalb der Shopping Malls übrigens sehr wenig Emiratis. Entweder sind die alle zu reich zum Arbeiten oder sie arbeiten woanders, auf jeden Fall nicht im Dienstleistungsektor – das sind fast nur Inder, Filippinos, Pakistianis, Bangalesen oder andere Asiaten. Es gibt auch viele Somalier. In der Metro fragt man sich, ob man sich tatsächlich in den Golfstaaten aufhält oder nicht doch in Asien. Ist aber auch keine Wunder, denn laut Statistik sind nur 15% der Einwohner von Dubai tatsächlich geborene Emirati.

   

Tag 3

Da hab ich erstmal ein bisschen verschlafen, weil mein Wecker Samstag nicht klingelt – jaja, ich weiß, ich bin verpeilt wie immer. Dann musste ich mein Zimmer für 2 weitere Nächte buchen, weil das Reisebüro nur für 3 Nächte das Budget Angebot gebucht hatte.

Gegen 10.45 Uhr hab ich mich dann auf zum Dubai Museum gemacht, das im alten Fort ist und sehr interessant. Natürlich ist dann erstmal meine App abgekackt, weshalb ich nicht mehr wusste, wo ich als nächstes hinmuss (den Tagesplan kann man zur Offline-Nutzung downloaden, aber leider wollte er sich dann nicht mehr öffnen lassen, war aber nur an dem Tag so). Ich hab dann meinen Weg durchs Indischer Viertel zum Textil Souk gefunden, was absolut schrecklich war, weil dir jeder aggressiv etwas verkaufen will, also bin ich da schnell wieder geflüchtet und hatte auch erstmal genug, weshalb ich mich nicht mehr auf die Suche nach dem Gold und Gewürz Souk gemacht habe.

Auf der Suche nach der Metro Station bin ich dann auch prompt in einem der hässlicheren Viertel gelandet, wo ich doch sehr schräg angeguckt wurde, aber ich hab es zum Hotel zurück geschafft. Naja, natürlich nicht ohne mich vorher 2 Stunden lang mehr oder weniger in der City Center Deira Mall verlaufen zu haben, weil ich eigentlich nur eine Flasche Wasser und eine Abkürzung wollte. Mit der Beschilderung haben die es in der UAE leider nicht so und so muss man mehrmals nachfragen.

Eigentlich wollte ich mich nach dieser Odyssee im Hotel nur kurz frisch machen, aber nach über 18 km Fußmarsch (laut Schrittzähler im Smartphone), hab ich es dann doch sein lassen und nur noch geduscht und wie jeden Abend meine Klamotten ausgewaschen.

  Meine Füße nach 18 km Dubai

Tag 4

Der letzte Tag, den hab ich mir nochmal so richtig schön vollgestopft mit Dingen, die ich sehen möchte.

Zuerst wollte ich mit der Metro und dem Bus zur Jumeirah Moschee, dank fehlendem Internet und fehlender Beschilderung hab ich mir nach der Hälfte ein Taxi ran gewunken. Die Jumeirah Moschee ist nämlich eine der wenigen, die für Nicht-Muslime zugänglich ist, das Sheikh Mohammed Center for cultural understanding bietet da eine Führung an. Geleitet wurde die von einer konvertieren Londonerin, die seit 15 Jahren in Dubai lebt und sie hat das sehr interessant gemacht. Gerade an der Moschee ist mir aufgefallen, dass ich mir gar nicht so viele Gedanken um meine Kleidung hätte machen müssen. In Dubai leben so viele Einwanderer und da sind so viele Touristen… und mit was für kurzen Sachen, die da manchmal rumlaufen – unglaublich. Bevor wir überhaupt in die Moschee konnten mussten die mussten die die zu freizügig gekleidet waren erstmal neu eingekleidet werden. Die Frauen bekamen eine abaya, das knöchellange, meist schwarze Übergewand und einen hidschab. Die Männer haben eine Kandola angezogen, das weiße, bodenlange Gewand.

Nach der Führung gabe es in dem Center noch eine Kleinigkeit zu essen (arabisches Süßspeisen) und arabischen Tee/Kaffee. Dann hab ich den Bus zurück nach Deira genommen und bin von da aus nochmal mit der Metro Richtung Souk gefahren.

Der Gold-, Gewürz- und Textil Souks geht mehr oder weniger nahtlos ineinander über, ist aber für alleinreisende Frauen sehr anstrengend und macht nicht wirklich Spaß. Vor allem wenn man, wenigstens ein bisschen, höflich bleiben will. Du kannst dich überhaupt nicht umschauen oder bummeln, weil du ständig angequatscht wirst und dir jeder seine Waren aufdrängen will und das massiv. Der eine Kerl ist mir 20 Min. lang hinterher gelatscht und hat mich bequatscht, bis ich mit den Zaunpfahl auf ihn einschlagen musste. Das nächste Mal, falls es da gibt, heure ich mir 5 starke Männer an die einen Kreis um mich bilden und mir die Händler vom Hals halten. Ich hätte nämlich gerne einen Kaftan gekauft oder mich wenigstens ein bisschen ungesehen und die Auslagen betrachtet, aber du kannst dich ja noch nicht mal ein bisschen umgucken. Auch Gewürze hätte ich gerne gekauft, aber ich hatte Angst, dass ich die nicht durch den strengen Zoll von NZ bringe. Dafür hab ich mir ein paar Datteln in Schokolade kaufen können, die sind da natürlich billiger und einfacher zu bekommen, wie in Deutschland. Die letzten Gassen im Souk zu meiner nächsten Station bin ich nur noch mit sturem Blick, im Slalom und mit Stechschritt gelaufen.

 Biggest Gold Ring on Gold Souk

Übrigens wusstet ihr, dass das Wort Schal aus dem Arabischen kommt? Das dicker Kopftuch für den Winter heißt Shaal. Hab ich im Dubai Museum gelernt.

Die nächste Station war ein auf alt gemachtes Viertel von Dubai, Bastikia, von dem Dubai mindestens 3 hat. Da wohnt keiner, es gibt keine Geschäfte darin und es sind im allgemeinen hübsch anzusehende, saubere Geisterdörfer.

Hello BastikiaGasse in Bastikia

Nächster Punkt war The Palm. Man kann da mit einer Monotrail-Bahn bis zur Spitze an Palm Resort fahren. Eigentlich wollte ich den Sonnenuntergang sehen, aber es war zu diesig und die Sonne ganz schnell hinter Wolkenbänken verschwunden (In den VAE geht die Sonne schon um 6.30 Uhr unter und um kurz nach 7 Uhr ist es zappenduster, also so dunkel wie es in Dubai halt werden kann mit den ganzen Lichtern)

The Palm Resort Fahrkarte Monotrail The Palm

Nachdem es dunkel war, hab ich mich aufgemacht zum Madinat Jumeirah Resort. Was ein bisschen schwieriger war und mit viel Lauferei verbunden, weil es keine Öffentlichen gibt, die da direkt hinfahren.

Das Madinat Resort nahe dem Burj Al Arab ist ein 5*-Resort in das man auch als nicht dort lebender Tourist besuchen kann. Das Madinat ist an ein arabisches Dorf angelehnt und mit Wasserwegen verbunden. Man fährt mit dem Abra, dem Wassertaxi von seinem Hotel, der Ferienwohnung, Villa etc. zu den Restaurant und Aktivitäten. Und als Tourist kann man ein Ticket für einen 20 Min. Abra-Rundfahrt kaufen. Das ist wirklich wie 1001 Nacht und wunderschön im Dunkeln mit der Beleuchtung.

Madinat Jumeirah Burj Al Arab

Von Medinat Jumeirah hab ich ein Taxi zur Dubai Mall genommen, nochmal den Brunnen bzw. die Show angeguckt und bin dann zurück zum Hotel gefahren.

 

Am Morgen hab ich Ali, den Taxifahrer vom ersten Tag, angerufen, der mir seine Nummer gegeben hatte und mich von ihm zum Flughafen fahren lassen.

Und im Flieger hatte ich dann zum 2. Mal richtig Glück, weil ich nicht nur einen Fensterplatz hatte, sondern die ganze Reihe für mich alleine. Das macht zwar die Sitze an sich nicht bequemer oder das Essen besser, aber ohne Sitznachbarn hat man mehr Platz sich zu strecken und auszubreiten. Der Luxus von Emirates beschränkt sich übrigens doch hauptsächlich auf die Business Class, Economy ist zwar nicht schlecht, aber 16h sind 16h. Zumindest ist die Filmauswahl ziemlich gut und etwa 5 Stunden konnte ich schlafen.

Care Paket So viel Platz für mich Erster Blick auf NZ

Ich bin am Flughafen Auckland auch ohne Probleme durch die Biosphärenkontrolle gekommen und die wollten gar keine von den vielen Unterlagen sehen, die man am Flughafen bereithalten soll (Visa, Bankauszug, Bestätigung der Auslandskrankenkasse, Rezept für die Pille usw.)

Mit dem Bus ging es dann zur Haka Lodge in der Karangahape Road (kurz K´Road). Von der  Bushaltestelle musste ich mit Rucksack ziemlich steil die Queens Road hochlaufen und dann die K´Road entlang. Da ich noch zu früh dran war ins Dorm zu gehen, hab ich meine Rucksack in den Gepäckraum geräumt und in der Lounge angefangen diesen Eintrag zu schreiben. Um 14 Uhr durfte man ins Zimmer und da hab ich mir eines der oberen Stockbetten gekrallt und erstmal drei Stunden gepennt. War auch gut so, denn in dem angefangen Blogeintrag stand ziemlich viel durch Sekundenschlaf entstandener Quark. Nach dem Duschen, hab ich mich ein bisschen in der K’Road umgeguckt und bin auf Food Hunt gegangen.

 

Um 23 Uhr geht hier im Dorm das Licht aus und deshalb ende ich jetzt auch hier.

Den nächsten Blogeintrag dürft ihr dann nach Auckland erwarten. Ich werde versuchen eine wöchentlichen Rhythmus aufzubauen. Nach dem ich in Galatea gekommen bin werden sie vermutlich auch nicht mehr so umfangreich sein, aber bei Stadttrips erlebt man so viel in so kurzer Zeit, dass selbst eine „Kurzfassung“ lang wird.

Bis die Tage

Chrissy

 

P.S. An alle, die mir so liebe SMS geschrieben haben und noch keine Antwort von mir bekommen haben… ich hab mich sehr über eure Nachricht gefreut und danke euch. Ihr bekommt eine Antwort sobald im neuen Smartphone eine SIM-Karte drin ist. Das Roaming war mir einfach zu teuer.

 

13August
2018

Bald geht es los

Hallo meine Lieben,

willkommen in meinem kleinen Blog.

Bald geht es wirklich los und ich kann es selbst noch gar nicht so richtig fassen.

Noch rennt die ganze Zeit der weiße Hase aus dem Wunderland um mich herum, weil ich noch so viel vorzubereiten habe, und schreit "Zu spät, zu spät!!!"

Es fühlt sich so unwirklich an, dass ich bereits in drei Wochen in einem Flieger sitzen und nach Neuseeland fliegen soll. Für ein ganzes volles Jahr?

Aber wie hat Bilbo Beutlin schon gesagt? >>I'm going on an adventure!<<

Und genau das ist es: Mein nächstes großes Abenteuer!

 

Hier auf diesem Blog möchte ich euch berichten was ich so alles in Neuseeland erlebe und sehe. 

Wie ihre ja schon gesehen habt, ist der Blog passwortgeschützt und bei jedem meiner Updates solltet ihre eine Email-Benachrichtiung bekommen. Ihr könnte auch unten Kommentar hinterlassen, wenn ihr wollt.

Falls ihr keine Lust mehr habt dem Blog zu folgen, könnte ihr mich einfach kurz anschreiben und ich nehme euch selbstverständlich vom Verteiler.

 

Eins ist auf jeden Fall ziemlich sicher: Es wird nicht dieselbe Chrissy wiederkommen als die ich gegangen bin und auf diese Entwicklung freu ich mich schon und bin gespannt und neugierig was ich alles erleben werde.

 

Liebe Grüße

Chrissy