There and Back again

Chrissys Abenteuerreise durch Neuseeland

 
07Januar
2019

Neujahr in Taupo

Hallo meine Lieben, 

erstmal wünsche ich euch allen ein frohes Neues, Silvester ist zwar schon ein bisschen länger her, aber egal. Ich hoffe ihr seit alle gut reingerutscht. 

 

In den Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr war im Café der Teufel los. Wir waren zu siebt und waren nur am Rennen. Wir wussten nicht mehr wohin mit dem schmutzigen Geschirr, weil keiner mehr zum Spülen gekommen ist. Uns sind die Teller und die kleinen Schüsselchen für das Relish ausgegangen und die Tassen auch. Zwischen 11 und 15 Uhr war im Café dauerhaft jeder Platz besetzt. 

Aber trotz dem Stress im Café hab ich auch was Schönes zur Entspannung gemacht. Ich hab mir endlich die Maori-Carvings angesehen. Das Gute daran ist, dass Leute, die im Gastgewerbe arbeiten bei Sail Fearless mit einer Flasche Wein bezahlen. Und eine Flasche Wein kostet die Hälfte vom normalen Preis. Ist also ein guter Deal. Ich hab die Tour am Morgen des 28.12. gemacht - um 09.30 Uhr ging es los.

Sail Fearless

Wir sind rausgefahren, leider war an dem Tag zu wenig Wind fürs eigentliche Segeln, aber andererseits war das Wetter perfekt – warm und sonnig.

Und ich muss sagen die in Kinloch haben richtig schicke, teure Häuser.

Kinloch

Die Carvings sind auch ziemlich beeindruckend.

Main Carving Lizard by his side

Und auf dem Rückweg hatten wir die Möglichkeit im See zu schwimmen. Das Wasser ist noch nicht besonders warm – um die frische 19 °C. Aber es wurde besser bei jedem Sprung. 😊 Ein Glück, dass die Sonne in NZ so warm ist.

  Sprung ins kalte Wasser

Am letzten Tag des Jahres habe ich dann auch mein Weihnachtsgeschenk angekommen. Ich habe von meiner Familie ein Tshirt  („Keep calm and stay inside the Salt Circle“) und Handschuhe und eine Beanie bekommen (Winter is coming!  - for sure) , alles vom Supernatural Merchendise.

  A Supernatural Winter is coming

Neujahr selbst haben wir im Hostel gefeiert, allerdings war das Feuerwerk am See nicht so groß wie ich es erwartet habe. Ich hatte Feuerwerk überall rund um den See erwartet und überall in der Stadt, aber es war nur ein relativ kleines Feuerwerk, abgefeuert von einem Schiff. Silvester scheint kein so großes Ding in Neuseeland zu sein wie es in Deutschland.

New Year Firework

Ich bin nach dem Feuerwerkt gleich ins Bett gegangen, weil ich am 01. arbeiten musste. Es war wieder sehr viel los, aber auch wieder weniger als ich erwartet hatte. Ich dachte es würden mehr Menschen für Kater-Brunch kommen. 

Da wir einen Check-out-Stop am Neujahrstag im Hostel hatten, mussten wir natürlich um so mehr Betten am 02. Jan. machen. 81 Betten insgesamt, dass ist fast unser absolutes Maximum von Betten, die gemacht werden können. (89 Betten). Uns sind natürlich in der Hälfte die ffrischen Laken ausgegangen, weil wir gar nicht so schnell Waschen konnten wie wir Betten gemacht haben. Also mussten wir alle eine Stunde länger arbeiten bis alles erledigt war. 

Bradley war auch wieder in der Stadt, er ist ein früherer Arbeitskollege von uns und hat uns in der Woche in der ich angefangen habe zu arbeiten, verlassen um über die Südinsel zu reisen. 

Am 02. haben wir Anissa verabschieden müssen, die um 03 Uhr morgens ihren Bus nach Auckland erwischen musste.

Irgendwie bei einem der typischen Gespräche über Länder und Unterschiede in Kultur ectr. sind wir auf das Thema Bildung gekommen und Lydia hat uns aufgefordert mindestens die Hälfte aller Bundesstaaten der USA aufzuzählen. Zusammen sind Bradley, Ric und ich auf 49 Staten gekommen, uns ist nur Vermont nicht eingefallen. Und Lydia hat es immerhin auf gute 30 europäische Länder gebracht. 

Fun Fact: Europa hat genauso viele Länder wie die USA Bundesstaaten und ich kann sie nicht alle alleine aufzählen ohne ein paar im Osten zu vergessen.

Dumm ist nur, dass wir anscheinend zu laut waren. Unser Hostel trocken und leise nach 10.30 Uhr und jeder muss um 12 Uhr ins Bett oder seine Party woanders weiterfeiern. Und wir waren ja im Garten….

Am nächsten Tag sind einige Leute ausgecheckt, weil sie sich geweigert haben eine weitere Nacht in einem „so lauten Hostel“ zu verbringen. Anscheinend hatten wir auch Beschwerden von allen Räumen rund um den Garten. Das hat das Hostel rund 500 Dollar gekostet. Wir haben einen Riesenanschiss von Jayson bekommen. Komisch war nur, dass keine einziger Gast und der Nacht den Night Manager angerufen hat oder runter gekommen ist oder das Fenster aufgemacht hat um mal rauszuschreien.

 

Bettentechnisch war es ruhig am 03., aber da waren wir schon am 11 Uhr fertig und mussten Deep Clean arbeiten machen. 

Natürlich hab ich auch wieder Krav Maga unterrichtet und wir sind momentan auch oft am Seeufer um den Sonnenuntergang anzugucken. 

Fleissige Schüler Panorama mit Anissa

Donnerstag dann hat eine Gruppe von uns einen Ausflug nach Rotorua gemacht. Wir sind durch einen der Thermalparks spaziert. Wir haben blubbernde Schlammlöcher gesehen und einen dampfenden See.

Rotorua Mud Pool Dampfender See

Danach waren wir auf dem Food Market in Rotorua, der jeden Freitag ist und ich habt eine sehr leckere Spiralkartoffel und eine noch leckereren Pita-Fladen mit Hähnchen, Salat und Couscous.

Und am Abend hat Ric uns eine Unterrichtsstunde im Tanzen gegeben. Ich durfte seine Assistentin und Expertin für Salsa spielen. Wir haben den Grundschritt davon und von Quick Step gelernt. Jetzt habe ich wieder richtig Lust das Tanzbein zu schwingen.

 

Am 04. dann hatte ich die Nachmittagsschicht und es war fürchterlich und frustrierend und … einfach doof. Ohne die Hilfe meiner Kollegen, die die Wäsche für mich zusammengelegt haben, wäre ich untergangen. Die Küchen und Bäder waren total unordentlich und es hat ewig gedauert sie zu putzen und dann war auch noch irgendwas in der Luft, dass meine Augen die ganze Zeit hat tränen lassen bis ich sie kaum noch offen halten konnte. Es war definitiv nicht mein Tag.

Samstag und Sonntag im Café war sehr ruhig. Die erste Welle von Urlaubern ist durch und die 2. Welle kommt erst übernächste Woche.

 

Ich habe auch mit einer lokalen Firma telefoniert, die Autos aufkauft und für Backpacker umbaut. Sie haben gerade einen Honda Odyssey zum Verkauf. Ich war Probefahren und hab mir das Auto angeguckt. Es hat nicht gepasst und mich zum Nachdenken gebracht. So sehr es mich auch ärgert, dass ich momentan mehr oder weniger in Taupo festsitzte und nicht aus der Stadt rauskann (den Nahverkehr kann man knicken und vom Staff hat keiner ein Auto mit mehr als 2 Sitzen), werde ich wohl erst später ein Auto kaufen. 

Der momentane Plan sieht so aus, dass ich mit dem Bus nach Wellington fahre, dort Bekannte, die ich gemacht habe, besuche und mit dem Flieger nach Christchurch runterdüse um dort ein Auto zu kaufen. Von dort aus mach ich einen Abstecher in den Süden und fahre dann gegen den Touristenstrom nordwärts. 

 

Bis zum nächsten Mal,

eure Chrissy

 

 

26Dezember
2018

Maori Christmas and a Haka New Year, everyone!

Meri Kirhimete,

ich hoffe ihr hatte alle schöne friedvolle und erholsame Weihnachtstage mit leckerem Essen & viel Lachen.

  Maori Christmas

Ich   wieder eine arbeits- und erlebnisreiche Woche hinter mir. Wir hatten einige Probleme mit neuen Staffmitgliedern, die jetzt aber schon wieder nicht mehr im Staff sind. Das Problem war, dass das Pärchen sich an keine Regeln gehalten hat, seine jeweilige Arbeit nur widerwillig gemacht hat, zu viel Alkohol getrunken und auch sonst einfach nicht ins Team gepasst hat.  So böse wie es sich anhört, aber wir alle, dass wir sie wieder los sind.

Ich hab mir letzte Woche auch ein Auto angesehen, was vom Preis und d er Ausstattung (komplette Campingausrüstung und Matratze für den Kofferraum mit Bettwäsche) echt super war. Aber es war leider nicht mein Auto. Es hat sich schlicht nicht ganz richtig angefühlt.

Cosy

Am 19. Haben wir nach dem das Finnische Problempärchen ausgezogen ist eine Lichterkette im Staffdorm gefunden und damit unseren Dorm weihnachtlich geschmückt. Alex, der uns 2 Tage vorher verlassen hat, hat Bilder dagelassen, die er gemalt hat. Die haben wir auch aufgehängt und ich habe aus Papier noch Schneeflocken/Sterne geschnitten und an die Fenster gehängt. Es ist jetzt richtig gemütlich in unserem Dorm.

 Schneeflocken Schneeflocken II Scneeflocken III

Und unser neuer Manager Jayson hat mir angeboten Doppelschichten zu schieben, aber ich habe abgelehnt. Ich arbeite ja schon 6 Tage. So dringend brauche ich das Exrageld nicht und ich will ja auch noch ein bisschen was vom Sommer haben.

 

Das Robert Harris, wo ich letzte Woche natürlich auch wieder gearbeitet habe, hatte auch eine Weihnachtsfeier und wir haben auch Secret Santa gespielt bzw. gewichtelt. T hat das am Mittwoch organisiert, am Donnerstag hab ich meinen Zettel bekommen und am Freitag war schon Weihnachtsfeier. Natürlich musste ausgerechnet ich meinen Chef Pat ziehen und am Schluss hab ich ihm einen Gutschein für einen 10min. Nackenmassage geschenkt. Es war echt schwierig was zu finden und ich hab mir einige Gedanken darüber gemacht, aber mit der Massage lag ich glaube ich nicht falsch.

Von T habe ich ein NZ-Kissen und so ein Deko-Aufstellerteil bekommen mal sehen, ob ich das beim Weiterreisen überhaupt mitnehmen kann.

Die Weihnachtsfeier haben wir im Lone Star gehabt (21. Dez.), einer Art Western-Bar-Restaurant. Und die Portionen da sind RIESIG! T und Mamu hatten 9 Rippen auf dem Teller, der war fast 30cm hochbeladen damit und weil T mich, nachdem ich schon einen echt großen Burger hatte, auch noch mit Rippen gefüttert hat und es dem Rest am Tisch nicht besser erging, war uns am nächsten Tag beim Arbeiten allen noch schlecht vom Zuviel Essen.

Am 22.Dez. bin ich mit einer Gruppe von Leuten aus dem Hostel runter zum See gegangen um den Sonnenuntergang anzusehen und dann haben wir uns dort einer Gruppe aus der Rainbow Lodge getroffen. Wir waren bestimmt um die 15 Leute und einige waren sogar Nachtbaden im See – bbrrr, mir war das viel zu kalt.

Sonnenuntergang am Lake Taupo Panorama

Am 23. War ich im Café und hab nach der Arbeit nochmal Plätzchenteig vorbereitet, denn habe ich dann am 24. Verbacken. Ich war abends in einem Pub Fish & Chips essen nachdem ich einkaufen war und abends haben wir Weihnachtsfilme in der Lounge geguckt, die noch nie so voll mit Leuten war.

Mulligan's

Das Wetter am 25. Hat uns dann leider einen Strich durch die Rechnung gemacht. Es hat den ganzen tag mal mehr weniger geregnet. Am Morgen hab ich meine Plätzchen fertig gemacht, in dem ich noch einen Teil mit Schokolade überzogen habe. Außerdem habe ich einen griechischen Nudelsalat mit getrockneten Tomaten, Pinienkernen und Rucola vorbereitet.

Wir haben dann noch einen Tische vom Balkon irgendwie in den Speiseraum manövriert und ab 17.30 Uhr war die Küche, der Speiseraum und der Balkon überfüllt mit Leuten. Es war wirklich brechendvoll, aber es hat total viel Spaß gemacht. Zum Küche-aufräumen haben sich auch genug gefunden und anschließend haben wir mit 22 Leuten Werwolf in der Lounge gespielt.

 

Obwohl die Party mal wieder um Mitternacht rum war, bin ich heute morgen nur schwer aus dem Bett gekommen und die Arbeit war irgendwie doppelt anstrengend, wir waren alle ziemlich langsam heute.

Heute Abend unterrichte ich dann auch wieder eine Stunde Krav Maga, nachdem wir letzte Woche pausiert hatten.

Oh und ich hab angefangen die Kitten unter der Terrasse zu füttern, heute habe ich sie dann auch zum ersten Mal von näher gesehen. Sie wissen schon nach einer Woche ganz genau, dass es am Nachmittag Essen gibt. Mal schauen, ob ich mich mit ihnen auch anfreunden kann. Ich hab ja noch ein paar Wochen bis ich Taupo verlasse.

 

So, dass wars mit dem Update, bis zum nächsten Mal

Chrissy

 

 

 

 

18Dezember
2018

Zeit fĂŒr Weihnachtsfeiern

Hallo aus dem sommerlichen Neuseeland,

das Wetter hier wird so langsam richtig sommerlich – heiß und sonnig und so gar nicht weihnachtlich.

Am Montag (12.12.) haben wir Unterwasservolleyball gespielt ^^. Während wir gespielt haben hat es angefangen zu regnen, dann zu schütten und wir haben schlicht wieder gespielt. Wir waren nass bis auf die Haut- Wir waren voller Schlamm, hatten einen Riesenspaß und haben weitergespielt bis wir wieder trocken waren. Danach habe ich noch Krav Maga unterrichtet. Meine Kämpferinnen haben allesamt eindrucksvolle blaue Flecken und präsentieren sie mir nach jeder Stunde mit so viel Stolz auf sich und das Training, dass es eine Freude ist. Wahre Kriegerinnen ^^

  Lichtmalerei mit LED-Pois 1 Lichtmalerei mit LED-Pois 2 Lichtmalerei mit LED-Pois 3

Am Dienstag hatte ich dann eine sehr entspannte Schicht. Die 9 Uhr Bettenschicht hatte so wenig zu tun, dass sie die Bäder für mich geputzt haben, weshalb mir nur die Küchen und die Wäsche blieben. Da ich so viel Zeit hatte bis zum Ende meiner Schicht, habe ich mich endlich dran gesetzt, dass Review für die Steiners auf HelpX zu schreiben. Dabei habe ich entdeckt, dass 2 Wochen nach mir ein gleichaltriges Mädchen nach nur 30 min. im Haus wieder abgehauen ist. Das Haus muss wohl wieder in einem absolut chaotischen Zustand gewesen sein und die Kinder, ausgehungert nach Aufmerksamkeit, haben sich auf sie gestürzt wie sie es bei mir auch getan haben. Das war dem Mädel wohl zu viel. Olivia war natürlich gar nicht begeistert davon, dass ihr neuer Helfer ihre Bude nicht aufräumen will und sie das Mädel auch noch wieder zurück in die Stadt fahren muss.

Das Mädel hat ein Review geschrieben, Olivia hat übertrieben darauf reagiert und ihr außerdem ein rufschädigendes Resume geschrieben. Da das Mädel aber sonst nur gute Bewertungen hat wird ihr wohl keiner so recht glauben. Und weil ich ja genau wusste die Situation abgelaufen sein musste, wie das Haus aussah und wie die Kinder sich verhalten haben, musste ich dem Mädel doch gleich mal mit meinem eigenen Review den Rücken stärken.

Gott war ich sauer an dem Abend.

Meine eigenes Resume habe ich bewusst neutral gehalten und nur geschrieben was wahr ist. Das Haus war in einem alarmierenden Zustand, die Kinder übermütig, ich habe mehr gearbeitet als ich sollte. Dass es kein Internet gibt, ein eigenes Auto empfehlenswert ist und ich meinen Aufenthalt insgesamt nicht so genossen habe, wie ich das gehofft hatte.

Darauf hat Olivia jetzt noch nicht reagiert, bin mal gespannt. Denn ein schlechtes Arbeitszeugnis lass ich mir von der Kuh nicht geben.

 

Am nächsten Tag hatte ich nur eine weitere Schicht im Hostel, da ist nichts passiert. Aber Abends hat es gewittert und bei dem Donner hat das ganze Hostel gewackelt. Okay, das Hostel wackelt auch, wenn die Waschmaschine im Schleudergang läuft. Das ist wie ein Erdbeben in der Küche, aber der Donner hört sich hier auch anders an. Irgendwie mehr wie man sich ein Erdbeben vorstellt – tiefer und grollender.

  Hinterm Robert Harris entdeckt Noch ein Hinterhof

Was gibt es noch zu erwähnen: Wir haben einige Wechsel im Team – Charlotte & Roni aus Finnland verstärken das Team, sind aber nicht meine Art von Leuten (zu viel Party und Alkohol), Vincent ist auch neu dazugekommen, er ist junge 18, aus Deutschland und mit ihm werde ich wohl ganz gut klar kommen, Zoe ist auch wieder da und im Team & Alex und Ragnhild haben uns am 18. Dez.  verlassen â˜č

Bevor Alex aber gegangen ist hat er noch einen Campervan bemalt und der ist super geworden.

Costume made Campervan 1  Anderes Seite Rückseite 

Oh bei den Maoris von Gegenüber ist eine Party eskaliert und es gab eine Massenschlägerei. Wir mussten sogar die Polizei rufen nachdem sich diese bis auf unser Grundstück ausgebreitet hatte.

 

Katja aus Deutschland war im Hostel zu Gast und ist mehr oder weniger ins Team adoptiert worden. Sie hat uns auch eine Vorführung ihrer Feuerpoi-Künste am See gegeben. Und ihre LED-Pois sind total hypnotisierend. Leider ist sie auch schon wieder abgereist.

  Katja Feuerpois im See! Ich liebe Pois

Am Sonntag nach der Schicht im Café hab ich Plätzchenteige vorbereitet (es war zu warm um sie schon zu backen). Da wir ja so viele Lebensmittelallergien haben, hab ich lauter neue Sorten ausprobieren können. Die Minz-Schoko-Cookies definitiv und vielleicht auch die Erdnussbutter-Kekse werden ins Standardrepertoire aufgenommen. Und das tolle am veganen Plätzchenteig ist, dass man so viel vom rohen Keksteig essen kann ohne befürchten zu müssen, dass es einem schlecht wird.

Montagmorgen stand ich dann 5 Stunden in der Küche und hab den ganzen Teig verpacken. Die Kekse sind supergut angekommen.

KEKSE

Der Grund für die ganze Plätzchenbackerei war nicht nur, dass Weihnachten ohne Plätzchen einfach nicht richtig ist, sondern auch weil wir gestern (17.12.) unsere Weihnachtsfeier vom Hostelstaff hatten. Wir haben Sectret Santa gemacht (Wichteln für 3$) und mein Geschenk ist sehr gut angekommen.

Hakastyle Christmastree Vincent - so chic

Vincents Geschenk war aber am Besten und er hat es den ganzen Nachmittag mit Stolz getragen.

Außerdem gab es natürlich ein BBQ und irgendwann sind wir auf die Idee von Face Paintig gekommen.

Body & Facepaint Wir hatten Spaß
Am Abend habe ich Lydia bei der Nightmanager-Schicht geholfen, weil wir als Einzige nüchtern waren.

Die Anderen sind alle noch in die Stadt feiern gegangen und viel sind erst nach Sonnenaufgang zurückgekommen und hatten dann interessante Schlafarrangements. ^_<

Ich selbst war heute auch ziemlich müde, obwohl ich nicht soo spät ins Bett bin, deshalb schreib ich auch gar nicht mehr...

Bis zum nächsten Mal

Eure Chrissy

 

P.S. Oh und wir haben Kitten unter der Terrasse. Man kann nur drei Schatten sehen, wenn man darunter späht, aber sie sind da und müssen so ungefähr 8 Wochen alt sein. *.*

09Dezember
2018

Krav Maga, BBs und BBQ

Hallo meine Lieben,

 

dieses Mal mit Verspätung. Ich hatte den Blogeintrag schon fertig, aber dummer- und ausnahmsweise direkt auf Auslandsblog.de geschrieben. Dann haben wir gemeinsam zu Abend gegessen und zwischenzeitlich hat sich der Blog automatisch ausgeloggt und alles war weg. -.-“.

Diese Woche war auch ziemlich viel los - wir hatten immer Abendprogramm - weshalb ich nicht zum Schreiben gekommen bin.

Weil ich auch nicht so viele Bilder gemacht habe, werde ich über den Eintrag ein paar Bilder von der tollen Streetart in Taupo verteilen.

  Heu Heu Street Seitenstraße am Robert Harris

Wir haben am 28.11. erstmal den Geburtstag unserer Managerin Charlotte gefeiert. Da hat jeder zum Teammeeting was zu Essen mitgebracht. Ich hab mit übriggebliebenem Kürbispüree und Frosting nochmal Kürbis-Cupcakes gebacken.

Am ersten Dezember haben natürlich alle in der Stadt die Weihnachtsdeko ausgepackt, was ein bisschen komisch ist. Das Wetter ist zwar wie im November oder April und wir hatten die letzten 3 Wochen fast nur Regen und kalt, aber man weißt ja das es wärmer wird und dann passen Weihnachtsmänner in kuschligen, roten Mänteln, Schneemänner und Rentiere nicht so wirklich. Da finde ich meinen Kiwi-Adventskalender viel besser.

Lukas und Lydia haben bei uns im Hostel das Schmücken übernommen und trotz sehr beschränktem Budget einen guten Job gemacht.

Küchendeko Kiwi Christmas

Noch komischer als Weihnachtsdeko ist es nur Weihnachtslieder über Schnee und so im Radio zu hören. Da ist dieses Lied doch viel passender.

 

Am 02. Dez. hat uns unser neuer Manager Jason ins Appartment zum Abendessen eingeladen, was sehr lustig war. Lydia hat für uns zu „All I want for Christmas“ getanzt. Das war so gut, dass wir es nochmal für die Social Media Accounts der Haka Lodge wiederholen werden. Ich schicke dann den entsprechenden Link rum.

Jason scheint ganz nett zu sein, auch wenn er meiner Meinung nach ein bisschen zu viel feiert. Aber er hat gute Ideen und macht sicher einen guten Job, sobald Charlotte Mitte Jan. endgültig geht.

  Hinterhof Hinterhof 2

Im Hostel unterrichte ich jetzt übrigens Krav Maga. Lydia hat mich in meinem Tshirt rumlaufen gesehen und wollte es schon länger lernen. Irgendwie ist was Größeres mit Aushang an der Rezeption geworden. Morgen gebe ich meine 5. Stunde. Was gar nicht so einfach ist, da ich ja nie die Ausbildung zum Trainer gemacht habe und wir auch keinerlei Schutzausrüstung wie Polster oder Fokus Pads haben. Ich muss mal noch Bo, den Chef von Kraftmacherei, wo ich trainiert habe anschreiben, ob er mir Tips oder einen Trainingsplan geben kann. Damit ich besser weiß, was auf was aufbaut und auf was ich dabei achten musst.

Wir machen das Krav Maga jetzt ungefähr 3x die Woche am Montag, Mittwoch und Freitag im Garten der Lodge und sind zwischen 5 - 7 Leute.

Da Eva und Lukas uns diese Wochenende verlassen, haben wir auch das Tempo beim wöchentlichen Filmeabend anziehen müssen. Wir wollen nämlich alle Harry Potter Filme ansehen und haben deshalb ab dem Montag (03.Dez.) bis Freitag jeden Abend einen Film gesehen. Ist auch mal spannend sie so dicht hintereinander zu sehen, da fallen einem viele neue Dinge auf. 

   Schau mal ein Pony

Gesundheitlich bin ich grad ein bisschen angeschlagen und hatte schon Angst, dass ich mir eine Mandelentzündung eingefangen habe, zum Glück ist es aber nur ein rauer Hals und Kopfweh.

Kürzer getreten bin ich deshalb aber nicht wirklich, hab gearbeitet, Krav Maga gemacht, bin mit Eva geschwommen und hab von Alex Yoga gelernt.  

Musikalische Eule

Leider gab es im Hostel Donnerstagnacht eine sehr unerfreuliche Entdeckung – Bettwanzen. Diese kleinen Biester sind nicht nur lästig, sondern auch schwer wieder loszuwerden und machen uns eine Riesenmenge Arbeit in Form von Wäsche.

Man muss nämlich erstmal die komplette Wäsche der Gäste waschen, die Bettwäsche inklusive Bettdecke, Kissen, Vorhang und Matratzenschoner und das in dem Raum, wo die BBs (Bed Bugs) gefunden wurde und in dem Raum in den man die Gäste ausquartiert hat.

Wir müssen auch einen offiziellen Kammerjäger holen. Yippie.

Und ich musste in einem Badezimmer Grundreinigung machen: Decke, Wände mit Scheuermilch und alle Ecken. Das hat ewig gedauert, vor allem die Scheuermilch wieder von den Wänden zu spülen, wenn es nur feste Duschköpfe gibt.

  

Gestern (08.12.) haben wir den Abschied von Lukas und Eva mit einem großen BBQ im Garten gefeiert, zum Glück wurde das Wetter über die Woche kontinuierlich besser, so dass es nicht mehr so kalt war am Abend.

BBQ

Im Café läuft es eigentlich ganz gut. Das Einzige ist nur, dass ich immer noch nicht gut in der Kasse bin. Ich muss halt einfach üben, öfter an der Kasse arbeiten um schneller und sicherer zu werden. Wenn viel los ist, darf ich aber nicht an der Kasse arbeiten, damit die Kunden nicht warten müssen. Und wenn ich mal an der Kasse bin, interveniert Pat ganz oft, was mich doof dastehen lässt, mich frustriert und natürlich auch nicht dazu führt, dass ich besser werde. 

 

Oh und das WiFi im Hostel mit der größeren Belegung über den Sommer ist übrigens absoluter Mist.Ich habe nur am Smartphone, während alle anderen schlafen. So zwischen 12 Uhr nachts und 9 Uhr Morgens. 

  Falke Sogar die Stromkästen sind schön

Ich glaube, ich habe mich an alles Wichtige aus den letzten 2 Wochen  erinnert. 

 

 

Ich schickte Sonnenstrahlen ins graue Deutschland,

Chrissy

 

25November
2018

Feiertage und Freie Tage

Kia Ora Zusammen, 

vom 14. - 16.11., also letzte Woche hatte ich im Hostel die 2pm-Schicht, was Putzen bedeutet. Der erste Tag war ziemlich frustrierend, weil ich mich an Chase (sie ist unser Supervisior) Reihenfolge gehalten habe und das für mich überhaupt nicht funktioniert hat. Außerdem haben meine Reiniger-Sprühflaschen getropft und die Lappen den Dreck mehr verteilt als weggemacht. -.-

Donnerstag war schon besser und Freitag habe ich eine Reihenfolge gefunden, die für mich funktioniert und auch das Problem mit den Lappen und Sprühflaschen gelöst. 

Im Prinzip ist 2pm eine ganz entspannte Schicht mit 2 Küchen und 7 Bäder in unterschiedlichen Größen, Müll entsorgen und Wäsche zusammenlegen. 

Im Café war zwar geschäftig, aber nicht mehr als Üblich. 

 

Montag, an meinem freien Tag in der Woche (19.11.), hatte Taupo einen Stromausfall. Es gab keinen Strom von frühmorgens bis 6 Uhr abends. In Taupo scheinen Stromausfälle nicht ganz so selten zu sein, aber komisch war es trotzdem. Wir haben im Hostel zum Glück Duschen und Herdplatten, die mit Gas funktionieren und da es nasskalt war mussten wir uns auch nicht so viele Gedanken über den Inhalt der Kühlschränke und Gefriere machen. Da wir aber alle so an unser Instant-kochend Wasser aus dem Boiler gewöhnt sind, war es komisch, dass Wasser tatsächlich im Topf auf dem Wert warm machen zu müssen. Und so ein Stromausfall lässt einen immer wieder darüber nachdenken wie abhängig wir von Strom sind, wie viel umständlicher das Leben ohne ist und was passieren könnte, wenn der Strom flächendeckend für einen längeren Zeitraum ausfallen würde. 

Am nächsten Tag hatten wir dann nochmal angekündigt keinen Strom von 12 Uhr nachts bis 2.30 Uhr am Morgen. 

Zum Glück hat der Stromausfall auch keinen zu großen Schaden im Café angerichtet, so dass wir am Dienstag ganz normal arbeiten konnten. 

 

Diese Woche hatte ich im Hostel Mittwoch bis Freitag (21.- 24.) die 9am-Betten-Schicht. Eigentlich ist das auch ganz okay, aber da ich ein bisschen ungeschickt und beinahe im Dauerkrieg mit meine Händen bin, hab ich viele Pflaster verbraucht. Das Ding ist, dass man sich beim Reinstopfen des Lackens gerne die Fingerknöchel am Bettrahmen aufschürft. Und blauen Flecken vom Hoch- und Runterklettern auf die Stockbetten und Beulen am Kopf wegen den Stockbetten und neue Muskis in den Armen vom Bettdeckenbezug-Wechseln habe ich auch.

Diese Woche war Duvet-Change angesagt, dass heißt, ich musste bei allen Betten den Deckenbezug wechseln war ziemlich anstrengend ist nach dem zwanzisten Mal und außerdem eine Menge Zeit frisst. Deshalb hab ich Donnerstag und Freitag auch mit Ragnhild (so schreibt man ihren Namen richtig) im Team zusammen gearbeitet. 

 

Donnerstag war auch Thanksgiving und um Lydias Heimweh einzudämmen haben wir, d.h. das Hostel-Team das zusammen gefeiert. Jeder hat etwas beigesteuert.

Gemeinsames Kochen Dessert Beilagen Mehr Essen

Ich war mit Eva zusammen für den Nachtisch zuständig und das war gar nicht so einfach, denn wir haben Nussallergien, Zöliakalie, Glutenintoleranz, Laktoseintoleranz & Veganer im Team. Ich hab es doch tatsächlich geschafft Kürbismuffins mit Frosting zu machen, die alle essen konnten, die supergut geschmeckt haben und von allen begeistert bis auf den letzten Krümel verputzt wurden. 

Tischdecken Family Dinner

Außerdem hatten wir 2 Brathühnchen, Füllung, Gravy, Süßkartoffelbrei, Rosmarin-Gemüse, Brot, Würstchen, Brokkoli, Gewürz-Bratäpfel, Datteln mit Mandel in der Mitte und Apfelstücke mit Schokoglasur.

Da das Wetter so gut war (ist gerade Ausnahme) haben wir sogar draußen im Sonnenschein essen können.  

Von allem Etwas Typisches Essensbild von mir mit vollem Mund

Am Ende waren wir, alle 11, so rund und vollgefressen, dass man uns hätte rollen können. Deshalb ist auch keiner an dem Tag besonders alt geworden. Um 10 Uhr waren alle bis auf Alex, der Nachtdienst hatte, im Bett und haben geschlafen. Es war irgendwie ein bisschen wie Weihnachten und wir hatten alle eine wirklich gute Zeit beim gemeinsamen Kochen in der Küche, beim Essen und beim anschließenden Zusammensitzen und Verdauen. 

Verdauen

Am Freitagabend war ich mit Lukas und Eva im Kino. Wir haben "Fantastic Beasts II" angeguckt.

WtF?! ô.Ô Dazu würde ich gerne eure Meinung hören, falls ihr ihn euch anseht. 

 

Samstag (24.11.) war dann im Café die Hölle los. In Taupo war großes Radrennen, bei dem sie einmal um den See rumfahren. Das Wetter dafür war allerdings bescheiden, es hat immer wieder geregnet und war insgesamt grau. Die Menschen kamen in richtigen Wellen ins Café und zwischen einem Brecher und dem Nächsten war kaum Zeit Geschirr zu spülen, geschweige denn durchzuschnaufen. Wir hatte sogar eine Stunde länger geöffnet, weil immer noch Menschen kamen. 

Als ich endlich aus dem Café raus war, bin ich Klängen eines Hakas gefolgt und konnte mir die gerade beginnende Maori Cultural Performance am Endpunkt des Radrennens angucken. Das ist immer wieder spannend und schön anzusehen und zu hören. 

Endlich im Hostel war ich aber total erschöpft und die Zeit bis zum Schlafengehen ist nur so dahingeflogen. 

Heute war im Café weniger los, aber immer noch genug. Ich werde besser an der Kasse, bin aber immer noch nicht gut oder schnell genug und hab noch viel zu lernen. 

 

Das war's erstmal von meiner Seite, liebe Grüße nach Deutschland

Chrissy

  Taupo im Sonnenschein Shit Weather

P.s. Das Wetter erinnert hier gerade so sehr an Deutschland. Ich meine, dass im Sinn von nasskalter, verregneter November mit vorweihnachtlichen Angeboten im Supermarkt. Die ganze nächste Woche soll es regnen. Ich weiß gar nicht was ich da tun soll, denn Taupo ist definitiv für Sonnenschein und Outdoor-Aktivitäten ausgelegt. 

 

12November
2018

Work, Work, Work...

Hallo Freunde,

wieder eine Woche rum, dass geht hier so verdammt schnell. Die Tage fliegen nur so an einem vorbei. Eine arbeitsreiche Woche liegt hinter mir, in der einerseits nicht so viel passiert ist und ich andererseits viel gelernt habe.

Aber bevor ich dazu komme, hier noch ein Bild vom Mt. Tauhara. Eva war so nett mir die Bilder zu geben.

  Bradley, Ich, Lukas, Lydia, Eva

Am Montag (12.11.) hatte ich meine erste Schicht im Hostel als Cleaner. Ich war in der 9am Schicht, das heißt Betten machen im Akkord. Man sollte ja eigentlich meinen, dass Betten machen einfach ist, aber Pustekuchen. Man kommt ganz schön ins Schwitzen und es ist alles andere als einfach oder leicht, ein Bett nach Haka-Standard richtig zu beziehen. Wir arbeiten, wie die meisten Hostels, nach dem Backpackerburger-Prinzip. Das bedeutet von unten nach oben: Matratze, Matratzenschoner, Spannbettlaken, Backpacker, Laken und Bettdecke. Beim Neubeziehen werden Spannbettlaken, Laken und Kopfkissenbezug ausgetauscht. Bettdeckenbezug und Matratzenschoner nur bei Bedarf. Das Schwierigsten am Betten machen ist, dass das Laken ungefähr doppelt so groß wie die Matratze ist und alles so rund rum festgesteckt werden muss, dass es superglatt ist.  „Crisp“ wie Chase immer sagt.

Double Bunks

Es gibt in der Haka Louge auch noch die 7am Schicht (Aufschließen, Küchen, Lounges und Bäder putzen), dann kommt Bettenmachen und Wäsche um 9am. Nochmal eine Putzschicht um 2pm (die werde ich im wöchentlichen Wechsel mit der 9am Schicht haben) und der Night Manager ab 8pm, der abschließt, noch eine Runde putzt, für Ruhe sorgt und Notfalldienst hat. Jede Schicht dauert 5 Stunden.

Ich arbeite normalerweise immer Mittwoch bis Freitag.

  Wie gemalt - Sonnenuntergang von der Terrasse der Haka Lodge

Dienstag war ich im Café von 11am bis Ladenschluss um 4pm. T, die 2. Barista, eine typische Maori (groß, kräftig, laut)  hat angefangen mich in die Kasse einzulernen. Da Teil überfordert mich noch vollkommen und man sollte allen Leuten an der Kasse viel mehr Respekt zollen. Da ist Multitasking in seiner Reinsten Form. Lächeln, Grüßen, Verstehen was die Leute wollen, sich das merken und eintippen, an alle rund rum weitergeben, kassieren, verabschieden ect.

Mittwoch und Donnerstag hab ich im Hostel Betten gemacht, einen Tag als Team mit Alex als Teil des Trainings, einen Tag alleine. Ich muss zwar noch schneller werden, aber Chase ist an sich mit dem Zustand der Betten zufrieden.

 

Da ich ja am Montag, was eigentlich mein freier Tag ist, gearbeitet habe, hatte ich Freitag frei. Das war mir aber irgendwie nicht so ganz klar, also bin ich aufgestanden und wollte anfangen zu arbeiten… Typisch verpeiltes Verhalten von mir.  Weil ich schon mal wach war, hab ich ein bisschen Mails beantwortet und Daten sortiert. Nachmittags bin ich mit Eva und Lukas vom Team zum Schwimmen gegangen. Eva macht das an 5 Tagen die Woche, je 1 Stunde. Ich bin ganz stolz auf mich, dass ich da mithalten konnte und tatsächlich mehr oder weniger eine Stunde am Stücke meine Bahnen gezogen habe. Nur das Wasser im Schwimmbad ist irgendwie seltsam salzig und trocknet die Haut total aus.

Samstag ist noch Reinhild aus Norwegen in den Staffdorm eingezogen, damit ist das Sommerteam fürs Erste fast vollständig. Außerdem hab ich im Café gearbeitet, wir hatten eine Ankündigung von 75 Senioren aus einem Bus, deshalb waren wir an dem Tag zu sechs was einer Mehr als sonst ist. Irgendwie war es dann aber gar nicht so geschäftig und stressig wie befürchtet.

Robert Harris

Sonntag war das für super viel los. Ich bin nur durch die Gegend gesprungen um alles gleichzeitig zu machen. Pat hat ganz ungläubig gelacht, als ich auf die Frage, wie es mir gefällt und ob ich klar komme mit einem begeisterten „Ich liebe es“ geantwortet habe. Und das stimmt, es macht mir gerade super viel Spaß, dass es geschäftig zu geht. Dass ist wie beim Pasquale in der Küche oder an einem geschäftigen Tag in der Wangener Bibliothek.

 

Heute war mein freier Tag und er war ziemlich durchwachsen. Ich bin früh aufgestanden, weil ich wusste, dass die Räder wieder repariert sind und ich zu den Craters of the Moon fahren wollte. Dann hab ich aber erstmal noch fast eine Stunde mit Mama telefoniert und nach dem ich endlich losgefahren bin, musste ich feststellen, dass das Fahrrad totaler Schmu ist und alles andere als repariert. Die Gänge haben sich die ganze Zeit von alleine verstellt, was super gefährlich war auf diesen ultraschmalen Mountainbike-Treks am Waikato River. Ich musste jede Steigung hochschieben. Ihr fragt euch jetzt sicher, warum ich nicht einfach umgedreht habe und ein anders Fahrrad genommen habe. Es war Faulheit, auf der Teerstraße funktioniert das Fahrrad ganz okay, es hat erst 20 min entfernt im Park angefangen Zicken zu machen.

Die Radwege hier... ich sags euch

Ich bin also mit dieser Todesfalle auf Rädern zum Geopark gefahren und nur 2x in Brombeeren gefallen – yeahie. Entsprechend gut war ich gelaunt. Der Park an sicher war dann aber super spannend. Man hat schon so ein extraterrestrisches Gefühl auf diesen Holzstegen zwischen den dampfenden und zischenden Löchern und der seltsamen, nur dort vorkommenden, Vegetation.

  Craters of the Moon Mud Crater

Der Rückweg war dann fast so schlimm wie der Hinweg, mein Hintern hat von dem unbequemen Sattel wehgetan und ich bin auf der Straße zurückgefahren, weil das sicherer und schneller war.

Komplett fertig bin ich dann noch schnell einkaufen und zurück zum Hostel. Erstmal was essen und duschen.

 

Mehr gibt es auch gar nicht zu erzählen, auch wenn das sicher schon wieder ausschweifend und lang genug war. ^.°

 

Liebe Grüße und bis nächste Woche

Chrissy 

05November
2018

Wenn's lÀuft, dann lÀufts

Kia Ora, 

wieder eine Woche rum. Man ging das schnell. Und ich sollte wirklich wieder anfangen aufzuschreiben was ich jeden Tag gemacht habe. Das würde mir beim Schreiben der Einträge definitiv helfen. 

Am Dienstag (30.10.) habe ich mich zu den Huka Falls aufgemacht. Da fließen jeden Sekunde 200,000 Liter Wasser durch eine enge Schlucht aus Vulkangestein und rauschen dann 11m tief in das Fallbecken. Es ist absolut beeindruckend diese eisblauen und schneeweißen Wassermassen zu beobachten. Die Huka Falls sind 1 Stunde vom Hot Steam bzw. 1,5h vom Hostel entfernt (ca. 6 km). 

Huka Falls Huka Falls Lookout

Und dann war da ein Schild... Lake Aratiatia Dam 2 Kilometer... Und ich dachte mir so: "Warum eigentlich nicht, der Tag ist noch jung, das Wetter ist (noch) gut. Also bin ich losgelaufen und gelaufen und gelaufen bis zum Damm (ca. 8 km). Ich war gerade rechtzeitig da um das Öffnen der Schleusen zu sehen.

Und mich persönlich hat das noch mehr beeindruckt als die Huka Falls. Wenn man die Schlucht vorher sieht, so ruhig und friedlich und sie dann die Schleusen öffnen.

Lake Aratiatia Dam vorher Lake Aratiatia Dam vorher

Die Schlucht fühlt sich mit diesen Unmengen an Wasser, das sich mit einer solchen Macht seinen Weg sucht und innerhalb von Minuten aus diese stillen Schlucht in einen reißenden Fluss macht. Wahnsinn.

Lake Aratiatia Dam nachher

Leider hat das Wetter gerade dann schlossen zu zu ziehen und mir ist aufgegangen, dass ich die ganzen 3,5h wieder zurückwandern muss. 

In der Hälfte hat es natürlich auch angefangen zu regnen. Irgendwann bin ich nur noch halbwach vor mich hingetrottet, was im Nachhinein einerseits entspannend, andererseits auch sehr anstrengend war. Immerhin bin ich 29.7 km gelaufen bis ich wieder am Hostel war und hab damit meinen persönlichen Rekord gebrochen. 

Hello Sweetie Selfie-Time

Am Abend hat der Staff mich dann eingeladen mit ihnen in der Louge zusammen zu sitzen. Wir haben gequatscht, Karten gespielt und ich hatte so schon einmal die Chance meine zukünftigen Kollegen und Zimmergenossen kennen zu lernen. 

 

Am nächsten Tag bin ich mit den gleichen Leuten zu einer Wanderung auf den Mount Tauhara aufgebrochen. 

Man könnte es den Hausberg von Taupo nennen. Die Kiwis hier nennen ihn den schlafenden Drachen, weil er aus einer bestimmten Perspektive so aussieht und natürlich - was sollte er sonst sein - ein Vulkan ist. Man startet von einem Parkplatz, wandern das erste Stück über Kuhweiden bis zur Waldgrenze und dann geht es über einen der typischen Kiwi-Bushwalks immer bergauf bis auf 1.008m über dem Meeresspiegel. 

Ganz offizieller Kiwi WanderwegMt. Tauhara

Der Ausblick war atemberaubend, der Wind eisigkalt und sehr böig und wir haben als Gruppe einige gute Fotos gemacht. Leider hat Bradley die noch nicht rausgerückt.

Weil es aber wirklich sehr kalt dort oben war, sind wir nicht allzu lange geblieben.

 Ausblick Osten

Panorama Mt. Tauhara

Zurück im Hostel haben wir zusammen Spaghetti Bolognese gekocht, gut gegessen und uns im Staff Dorm zum Trinkspiele spielen getroffen (Ich war sowas von hydriert danach, weil ich mit Wasser gespielt habe ^^) 

 

Leider ist das Wetter danach richtig schlecht geworden, so dass man nicht viel unternehmen konnte. Ich habe also am Donnerstag nur meinen Arbeitsvertrag vom Café gelesen und unterschrieben und abends haben wir in der Hostel Lounge einen Disney-Filme-Abend veranstaltet. 

Freitag wollte ich eigentlich mit dem Fahrrad zu den Craters of the Moon fahren, aber alle Fahrräder im Hostel waren kaputt. In der Stadt wollte ich keines für deutlich mehr Geld leihen und auf eine weiter 21km Wanderung hatte ich auch keine Lust. Das muss also warten. Alternativ habe ich meinen Arbeitsvertrag im Café abgegeben, war einkaufen und habe mich am Nachmittag wieder einer Gruppe vom Hostel angeschlossen, die zum Hot Steam und anschließend zum Huka Fall gefahren sind. 

Ich habe es sogar mal geschlaft zeitig ins Bett zu gehen und auch zu schlafen.

 

Samstag (03.11.) war dann mein erster Arbeitstag im Café ich habe um 10 Uhr angefangen und 4 Stunden bis 14 Uhr gearbeitet. 

Es war anstrengend, geschäftig, spannend und ich habe viel gelernt bzw. muss auch noch viel lernen. Sie haben mich an allen Bereichen ausprobiert. Bedienen an der Theke, Essen zubereiten, Bestelltes an die Tische bringen, spülen, Tische abräumen, Putzen usw. 

Was hier in Neuseeland anders ist als in Deutschland ist, dass man in vielen Cafés/Fast Food Restaurants usw. an der Theke bestellt, direkt bezahlt, einen Aufsteller mit Nummer bekommt und die Mitarbeiter einem das Bestellte dann an den Platz bringen. Die Tische selbst haben also keine Nummer, sondern viel mehr die Person. 

Sonntagmorgen bin ich zuerst in den Staffdorm umgezogen und hatte dann meine nächste Schicht im Robert Harris Café (RH) vom 11 bis zum Ladenschluss um 16 Uhr. 

Neue Arbeitskleidung vom RH

Mein Wochenarbeitsplan wird also vermutlich so ausssehen, dass ich 6 Tage arbeite. 3 Tage im Café (Sa., So., Di.), 3 halbe Tage im Hostel (je 5h am Mi., Do., Fr.) und Montag ist dann mein freier Tag. 

Diesen Montag hatte ich meinen allerdings ersten Arbeitstag im Hostel bzw. mein ersteres Training von 3. Man sollte ja denken, dass Betten machen einfach ist, aber Himmel Herr Gesangsverein ist das viel Laken und wie soll ich das glatt bekommen und wie werden nochmal die Ecken gefaltet und auf eine Mal sind Stockbetten auch nicht mehr so cool.

Nicht, dass ihr das falsch versteht, es hat Spaß gemacht, aber ich muss noch einige Betten beziehen bis das richtig gut und in einer annehmbaren Zeit funktioniert. 

 

Morgen bin ich wieder im RH (11 bis 16 Uhr). Deshalb sollte ich jetzt auch schlafen gehen. 

Macht es gut und bis zum nächsten Mal. 

 

Chrissy

 

 

21Oktober
2018

Ein neuer Anfang in Taupo

Hallo nach Deutschland, 

ich bin jetzt seit fast 2 Wochen in Taupo. 

Zugegeben in der ersten Woche habe ich nicht viel mehr gemacht als mein Leben zu chillen, auszuschlafen und zu genießen einfach mal nichts zu tun. Nach 4 Wochen nonstop Arbeit hatte ich mir das auch verdient. 

 

Hier in der Haka Lodge schlafe ich momentan in einem 9er Dorm im Nebenhaus. Das Badezimmer ist im ersten Stock und nur über die Außentreppe zu erreichen. Das ein bisschen doof, aber dafür waren bis jetzt im Zimmer nie mehr als 3 Betten gleichzeitig belegt. 

Kun und ich Lakeside

Donnerstag bin ich mit meinem Zimmermitbewohner Kun den Lion Walk den See enlang gewandert. 

Wir sind bis zur 2 MIles Bay gelaufen und haben uns dann entschieden die Richtung zum Mt. Tauhara einzuschlagen. Wir sind dabei am Waipahihi Botanical Reserve vorbeigekommen, haben dort einige Zeit zwischen riesigen, farbenfrohen Rhodoendren und anderen blühenden Büschen verbracht. 

Waipahihi Botanical Reserve Look out Mt. Tauhara Mein kleine Farm-Feeling

Weil das Wetter zugezogen hat, haben wir uns auf den Rückweg gemacht und haben uns stattdessen noch das kleine Museum von Taupo angesehen.

Leider war das auch der letzte Tag von Kun in Taupo, aber wir haben abgemacht uns im Frühjahr in Wellington wieder zu treffen, wo er arbeitet und lebt.  

 

Nachdem ich meinen kurzen Urlaub mit Nichtstun, Entspannen und Stadtspaziergängen verbracht habe, habe ich schließlich auch angefangen mein Resume bzw. meinen Lebenslauf (CV) nochmal zu überarbeiten. Nick von der Rezeption war so nett ihn gegenzulesen und für mich auszudrucken. Allgemein sind die Mitarbeiter vom Hostel meganett und ich schau jeden Tag mindestens einmal an der Rezeption vorbei um ein Schwätzchen mit Nick oder einem der anderen zu halten. 

Mit meinen CVs in der Tasche bin ich dann durch die Stadt spaziert und hab ihn überall dort wo ein "Hiring now"-Schild hing abgegeben. 

Außerdem hab ich mich in meinem Hostel als Reinigungskraft und Nachtmanager beworben. Mit 15 Stunden Arbeit bzw. 3 Tagen kann ich meine Wohnkosten hier decken.

 

Am Samstag hatte ich dann ein Probearbeiten in einem italienischen Restaurant als Bedienung. Das war okay, ich hab 2 Stunden gearbeitet und mich nicht allzu doof angestellt. 

Sonntag war ich erst im Spa Thermal Park am Hot Stream. Man kann dort kostenlos in einem heißen Fluss, der in den Waikato River mündet baden. Der heiße Fluss hat etwa 40°C und der Waikato ist noch sehr kalt. Es ist echt schön da und total entspannend, trotz der vielen Leute. 

Waikato River Hot Steam

Am Abend bin ich auf das Taupo Halloween Film Festival gegangen. Alle Besucher,  inklusive mir, sind verkleidet gekommen, zum Teil richtig aufwendig. Das Kino hat eine Gruseltour angeboten, die echt gut gemacht war. Man ist durch dunkle Gänge gelaufen und durch thematisierte Kinosääle mit schaurigen Stationen. Sie haben auch einen Teil des Kinos mit eingebunden, der gerade im Umbau und deshalb Baustelle war. Alles war toll dekoriert und die Erschrecker haben mit beeindruckendem Make-up und Schauspiel für die richtige Gruselstimmung gesorgt.

Homocidal Maniac 

Die Kurzfilme, die gezeigt wurden, waren zumeist von lokalen Filmemachern, vieles war Horror Comedy, manche waren richtig gut und hochwertig produziert und bei einem Film hab ich mich sogar erschreckt. 

 

Heute (29.10) hatte ich ein Probearbeiten (gerade mal 30 Min.) im Robert Harris Café und auch gleich das Angebot für den Job gekommen. Da mir das besser gefallen hat als im italienischen Restaurant werde ich am nächsten Samstag anfangen im Café zu arbeiten. Erstmal bin ich hauptsächlich in der Küche und kümmere mich um das Geschirr (Abräumen, Tische wischen, Spülen und so). Die Mitarbeiter werden mich nach und nach in alle anderen Bereiche einlernen. Ich fange mit 20 Stunden und 4 halben Tagen an. Zur Hochsaison wird sich das dann steigern. 

Zurück im Hostel hab ich auch ein Jobangebot als Reinigungskraft bekommen. Die Managerin und ich setzten uns, nachdem ich meinen Vertrag und Dienstplan fürs Café bekommen habe, zusammen und besprechen meine Konditionen und Arbeitszeiten für das Hostel. 

Läuft also bei mir cool

 

Was gibt es sonst noch? Die Lebensmittel sind megateuer in NZ. Ich hab die letzten Tage sicher über 150$ im Supermarkt ausgegeben, dabei hab ich eigentlich nur Grundnahrungsmittel und frisches Obst & Gemüse gekauft. 

Mein Handy bzw. die Ladebuchse funktioniert jetzt auch wieder, gleich an meinem ersten Tag haben ich einen Handyladen gefunden, der sein Handwerk versteht und nicht nur Geld machen will. Die haben die Buchse erstmal saubergemacht und - oh Wunder! - einen kleinen Papierschnipsel gefunden. Das Ganze hat mich 25 € gekostet. 

 

Bis zum nächsten Mal und liebe Grüße aus meiner neuen temporären Wahlheimat

Chrissy

P.S. Ich habe alle Youtube-Links in den vorherigen Blogeinträgen überabeitet. Sie sollten jetzt alle funktionieren. 

P.P.S. Ich entschuldige mich vielmals für die ganzen Rechtschreibfehler in meinen Einträgen. Ich lese sie zwar immer mindestens doppelt, leide aber an einem schweren Fall von "blind beim Lesen des eigenen Textes". Wer also Fehler findet, möge sie mir verzeihen und darf sie im Gegenzug behalten. 

16Oktober
2018

Von Don Quijote und Sisyphus

Täglich grüßt das Murmeltier in Galatea,

der Grund, dass bei mir kein neuer Blogeintrag kam war, dass wir 2 Wochen Schulferien hatten in dieser Zeit nicht in die Stadt gefahren sind und ich folglich auch keine Freizeit mit Internetzugang hatte.

Mittlerweile bin ich nicht mehr in Galatea, sondern dauerhaft in Taupo, aber lasst mich erzählen wie die restliche Zeit bei den Steiners war. 

 

Die Lage hat sich in der ganzen Zeit nicht viel verändert. Ich fühlte mich wie Don Quijote in seinem Kampf mit den Windmühlen oder eben wie Sisyphus.  In dieser Familie haben alle eine Tendenz dazu Chaos zu hinlassen, wo immer sie sind. Die machen schneller Unordnung als ich aufräumen konnte. Einmal umgedreht und es sah aus als hätte eine Bombe eingeschlagen.

Spielzimmer aka Garage vor dem Aufräumen Spielzimmer nachher

Mein Arbeitsrhythmus in den Ferien sah so aus, dass ich um 04.20 Uhr morgens aufgestanden bin, um 04.45 Uhr bei den Steiners auf der Matte stand, den Lämmern die erste Flasche gegeben habe und dann bis die Kinder aufgewacht sind 2-3 Stunden auf der Coach geschlafen habe. Dann habe ich die Kinder angezogen, mit ihnen gespielt und ihnen Frühstück gemacht. Olivia war währenddessen mit Barry im Stall und ist gegen 09.00 Uhr zurückgekommen.  Gegen 10.00 Uhr haben die Steiners gefrühstückt,  während ich um sie herum sauber gemacht habe. Ich habe ich mit den Kindern und den Lämmern für den Pet Day in der Schule trainiert oder es zumindest versucht (die Lämmer haben eine längere Aufmerksamkeitsspanne als Freddie). Außerdem war mein Hauptsatz „Be gentle with your lambs!“

Cyborg trifft auf Kühe Starfire trifft auf Snowy

Dann habe ich bis 13.00, manchmal 14.00 Uhr weitergearbeitet, zum Mittag gegessen, ca. 1 Stunde mit den Kinder gespielt und bin dann zu meinem Häuschen zurückgegangen um die Batterien auszuladen (meistens habe ich in meinem eigenen Garten das Unkraut entfernt oder meine Festplatte aufgeräumt – je mach Wetter). Dann bin ich um 19.45 Uhr zurück zu den Steiners, habe Küche und Essbereich aufgeräumt, den die Kinder in den paar Stunden komplett verwüstet haben und etwa eine Stunde bis zum Abendessen mit ihnen gespielt. Mein Gastgeschenk - ein Tierbaby-Memory von Ravensburger -  ist zumindest bei Amelia sehr gut angekommen und fester Bestandteil des Abends. Nach dem Essen räumte ich den Tisch ab, die Spülmaschine ein und die Küche auf, während die Eltern die Kinder ins Bett brachten, bevor ich gegen 22.30 Uhr zurück zu meinem Haus und direkt ins Bett gegangen bin. Im Prinzip habe ich also ich unbezahlt Vollzeit als Haushälterin gearbeitet.

1 Vormittag Unkraut jäten  Der

Ich habe in den Ferien die übrigen Zimmer bis auf das Büro gesäubert, außerdem den Garten und den 2. hintern Garten aufgeräumt, den Sandkasten umgegraben, Pflastersteine auf der Terasse verlegt und angefangen im Garten Unkraut zu jäten (vermutlich das erste Mal seit min. 2 Jahren und das ohne Hilfsmittel oder Handschuhe. Meine Hände sehen mittlerweile richtig schlimm aus). Außerdem haben wir (Barry, die Kinder und ich) den alten Hühnerpferch für die Lämmer vorbereitet und kniehohes Gras entfernt (die Steiners haben keinen Rasenmäher, zum Rasenmähen kommt immer ein buchbarer Nachbar mit seinen Profigeräten, also haben wir es mit den Händen ausgerissen oder niedergetrampelt). Ich habe auch angefangen den ehemaligen Gemüsegartenn wieder sichtbar zu machen. Dazu kommt außerdem die normale Hausarbeit wie Kehren oder Staubstauben, Aufräumen und Wäsche zusammenlegen und nebenher einen Blick auf die Kinder haben.

 

Zum Glück haben wir auch ein paar Ausflüge macht, ansonsten wäre ich wegen einem Lagerkoller wohl komplett durchgedreht. Ich war einfach komplett an die Steiners gebunden und abhängig davon wo sie hingehen. Ohne Auto hat man hier keine Chance. Sogar bis zum nächsten Anfang des Wanderweg sind es 6km.

Wir waren auf dem Spielplatz am See Aniwhenua, beim Fischen am Fluss, der auch ein Teil von dem großen Steinerischen Besitz ist, aber wir haben nichts gefangen. Wir waren im kleinen Supermarkt in Murupara einkaufen (beängstigend, dass das ein Highlight ist).

Leider keine Fische gefangen Lake Matahina

Auf dem Weg nach Whakatane sind wir am Stausee Matahina vorbei bekommen. In Whakatane waren wir erst in der Stadt, sind dann an den Strand (da war ein tolles Piratenschiff aus Treibholz und Amelia hat ganz viele Muscheln gesammelt), anschließend haben wir an einem anderen Strandabschnitt die schlechtesten Fish`n`Chips meines Lebens gegessen (nur fettig). Barry und Olivia haben eine Großeinkauf im Countdown gemacht, während ich mit den Kindern im Auto gewartet habe und sind anschließend  zurückgefahren.

Whakatane Beach drift wood ship Amelia am Strand von Whakatane Famile Steiner und die schlechtesten Fish`n`Chips von Whakatane

Dann waren wir noch in den Steinerischen Bergen wandern. Dafür muss man ein Flussbett entlangfahren bis es nicht mehr weitergeht, da fängt dann ein Wanderweg an der steil bergauf der steil bergauf führt. Ich hätte die Kinder an liebsten an die Leine gelegt, weil der Trampelpfad bergauf so schmal, gefährlich und schwierig war.

Wir haben eine Bonfire entzündet, was ziemlich cool war. Könnt ihr die flammende Dämonenfledermaus aus Holz im Feuer sehen? Oder bin ich etwa auf einen Balrog gestoße?

Balrog Waikaito Valley Hot pools 

Ich war mit den Kindern und Olivia außerdem im Waikaito Valley in den Hotpools, was sehr entspannend war.

Im Prinzip könnten es hier ganz schön sein und auch Galatea hat seine schönen Seiten (die Landschaft und der Sternenhimmel !!!), aber der Umfang und die Art und Weise sie ich hier meine Aufgaben erledigen muss vermiesen es wieder..

Eigentlich ist es schön in Galatea

Die Kinder werden zun Glück jeden Tag erträglicher, auch wenn sich ihre Launen schneller ändern als Wetter hier, was ziemlich schnell und unberechenbar ist. Ich glaube, dass liegt in großen Teilen daran, dass ich mich halt jeden Tag mit ihnen beschäftige, sie in meine Arbeit einbinde und helfen lasse, ihnen zuhöre und ihnen meistens auch erlaube so viel mit mir zu kuscheln wie sie wollen. Mittlerweile tun mir die Beiden nämlich richtig leid. Es könnten sicherlich sehr liebe Kinder sein, wenn sich nur mal jemand wirklich und tatsächlich mit ihnen beschäftigen würde.

Meine Nachmittage mit Toy

Der Labrador ist auch in mich verliebt, folgt mir überall hin, sobald ich draußen bin und bettelt um Streicheleinheiten. Sogar die Lämmer sind mehr oder weniger auf mich geprägt, weil ich die mit der Milch bin und auch diejenige, die mit ihnen und den Kindern trainiert.

 

Am letzten Ferientag habe ich meine Sachen zusammengesucht und gepackt und mein Häuschen besenrein geputzt. Es war vermutlich im letzten Jahrzehnt nicht einmal so sauber. Montag habe ich das Haus auf Hochglanz geputzt für den Besuch der Großeltern mütterlicherseits und bin zum ersten mal mit den Auto gefahren (wir brauchten Butter für den Kuchen und Olivia war anscheinend zu faul oder beschäftigt selbst schnell nach Murupara zu fahren und so habe ich das übernommen. Es ist alles gut gegangen.)

Wenigstens scheint Olivia meine Arbeit manchmal zu würdigen. Denn sie hat auf die Frage der Mutter, wer denn bitte in diesem Haus leben würde, denn es können niemals die Steiners sein. Mit „Chrissy is living here.“ geantwortet. Und bei der Verabschiedung heute (21. Okt.) hat sie gemeint, dass es schwer wird eine neue Chrissy zu finden und das sie wirklich dankbar für die Arbeit ist, die ich geleistet habe. 

 

Ihr fragt euch vielleicht was Olivia in der ganzen Zeit macht in der ich am Arbeiten bin… Tja, dass frage ich mich auch, denn im Prinzip macht sie nichts. Noch nicht mal kochen, dass macht Berry, wenn er aus dem Stall kommt. Und dann scheißt sie ihn auch noch an, wenn es da mal wieder länger gedauert hat und die Kinder dadurch nicht zeitig ins Bett kommen. -.-

Im Prinzip sitzt sie den ganzen Tag vor Facebook.

Olivia hat mir erzählt, dass sie auf Facebook verschiedene Blogs verfolgt und dafür kämpft, dass ihre Kinder ihre Hörgeräte für die Schule auch behalten dürfen, weil diese im Prinzip nur ein Leihgabe vom Ministerium für Bildung an die Schule sind.  Das ist sehr wichtig und ich kann das verstehen, aber wie gesagt unter Helper habe ich mir eigentlich nicht vorgestellt, dass ich anstelle von den vorgegebene 4 Stunden mindestens 8 Stunden am Tag arbeite, den Haushalt schmeiße, die Kinder betreue und das Ganze ohne Geld dafür zubekommen, ohne einen freien Tag, ohne in meiner Freizeit etwas von Neuseeland zu sehen. Ohne Zugang zum Internet und der Möglichkeit mir ein Auto oder eine Job zu suchen.

 Ich fühle mich hier oft wie Hausmädchen aus dem letzten Jahrhundert und haben außerdem das Gefühl, dass Olivia jeden Tag die Verantwortung für Haus und Kind weiter an mich abgibt. Insgesamt ist es zwar jetzt besser geworden, weil ich den Haushalt im Griff habe, das Arbeitspensum sich ein wenig reduziert hat und auch die Kinder mittlerweile einigermaßen meine Regeln verstanden haben, aber das ist echt nicht was ich mir vorgestellt habe.

Ich hab mittlerweile verstanden, dass Olivia einfach komplett ausgebrannt ist. Jede noch so kleine Hilfe für die nachweislichen Probleme ihrer Kinder muss sie hart erkämpfen. Das Bildungs- und Gesundheitssystem ist schmu hier. Sie muss sich außerdem täglich mit ihrem Mann rumschlagen, der absolut unzuverlässig und chaotisch ist, und nebenbei ebenfalls das Hörproblem hat und Schwierigkeiten damit Informationen im Hirn zu verarbeiten. Die Kinder können unglaublich anstrengend und fordernd sein und sie bekommt das einfach nicht gepacken. In Deutschland würde man die Frau vermutlich in die Kur schicken, in dieser ländlichen Gegend hier gibt es das alles nicht und eigentlich muss man auch für alles nach Auckland fahren. 

Im Endeffekt war es also  hauptsächlich Mitleid, gepaart mit unnötigem Verantwortungsgefühl und einer ordentliche Portion Durchhaltewille oder Kampfgeist, der mich in Galatea gehalten hat. 

  1 Platz in Pflege und Haltung

Am Dienstag (16.10) war Pet and Kids Day in der Schule. Da müssen die Kinder ihr Können mit den Lämmern in 3 Disziplinen beweisen: Praktisch in Führen und Rufen und Theoretisch bei Fragen zur Pflege und Haltung.

Diese Veranstaltung ist in den ländlichen Gegenden das Highlight des Jahres, normalerweise bringt jedes Kind dazu sein eigenes Haustier oder ein junges Farmtier mit. Leider grassiert hier gerade eine Krankheit unter den Kälben, weshalb die Steiners keine ihrer eigenen Tiere verwenden konnten und Lämmer sind durch ihre Größe für kleine Kinder eh besser geeignet.

Amelia hat den ersten Platz in Pflege und Haltung belegt und am Freitag beim Group Day, an dem Schulen der Region gegeneinander antreten, den 2. Platz in der selben Kategorie. Ansonsten haben die Kinder eher mittelmäßig abgeschnitten. Was kein Wunder ist, Olivia hat ihnen nie richtig erklärt was sie tun müssen und mir das Training mit 2 Kinder und 2 Lämmern alleine überlassen. Außerdem haben wir erst eine Woche vorher ernsthaft mit dem Training angefangen. Interessant zu sehen war es trotzdem.

Am Dienstag, nachdem wir die Lämmer nach Hause gebracht und die Kinder von der Schule abgeholt haben (Unterricht ist immer bis 15 Uhr) sind wir nach Rotorua gefahren.

Olivia hat mich da am Einkaufszentrum rausgeschmissen, wo ich versucht habe mein Smartphone reparieren zu lassen. Die Ladebuchse funktioniert nicht richtig und ich muss es wohl für teures Geld reparieren lassen – die Garantie gilt hier in NZ natürlich nicht. Sch**** aber auch und weil das noch nicht genug ist, hat sich das Ladekabel von meinem Nokia selbstgeröstet und funktioniert nicht mehr, weshalb ich, sollte ich das Smartphone einschicken müssen, keine für mehrere Tage kein Telefon habe.

Außerdem habe ich mir bei meiner Bank einen Bankauszug ausstellen lassen habe und meine Steuernummer beantragt. Im Macces  (gesegnet sei freies, unlimitiertes WIFI), habe ich dann am Blog weitergeschrieben, bin aber nicht zum Hochladen gekommen, dafür war keine Zeit mehr.  Da ich das Handyproblem habe ist es auch grad echt schwierig die Bilder vom Handy auf das Tablet zu bekommen (das Bluetooth funktioniert irgendwie auch nicht wie es soll)

Am meinem letzten Tag bei den Steiners habe ich mir endlich diese Unding von einem Kühlschrank und die Kücheninsel vorgenommen, während Olivia mit den Kindern in der Stadt war. 

Sonntagmorgen war ganz nach Murphys 1. Gesetz und stressig, aber schlussendlich bin ich jetzt endlich in Taupo angekommen. Hier will ich mir einen Job und ein Auto suchen und den Sommer über bleiben. Es ist ein großes Feriengebiet und echt schön.

   Angekommen am Lake Taupo

Liebe Grüße, 

Chrissy

P.S. Es war ein unglaublicher, nervenaufreißender Krampf diese Bilder ohne Kabel vom Smartphone auf das Tablet zu übertragen. -.-" Irgendwie hat erstmal nichts funktioniert. 

28Sept
2018

Angekommen im Nirgendwo

Hallo Deutschland,

Meine Tage in Auckland sind zu Ende und ich muss sagen 1 Woche reicht für die Stadt auch aus. Die ist nämlich ähnlich wie Heilbronn. Die Innenstadt, wenn man sie denn so nennen kann, ist eher meeh, dafür kann es außerhalb richtig schön sein. Eigentlich wollte ich in Auckland ja auch nur bis Montag (17.09.) bleiben, aber die Steiners haben mir geschrieben, dass sie mich erst am Freitag in Rotorua aufsammeln können. Also musste ich meinen Aufenthalt in Auckland verlängern, was im Nachhinein für Auckland als Stadt zwar zu lang war, aber anderseits ganz gut, weil ich Montag und Dienstag das Hostel wegen einer Erkältung mit fiesem Schnupfen sowieso nicht verlassen habe. Leider konnte ich in der Haka Logde nur bis Mittwoch, 19.09. bleiben, weshalb ich dann für die letzten 2 Tage leider das Hostel wechseln musste.

Das Frienz Backpackers ist günstig und nah am Busbahnhof, aber das ist auch schon alles Positive was man darüber sagen kann. Die Matratzen sind so dünn und durchgelegen, dass man auf dem Lattenrost schläft. Und der quietscht so sehr, dass man beim Umdrehen immer den halben Dorm aufweckt, aber das macht nichts, denn jedes Mal, wenn die Türe auf und zu geht, was in einem 12er-Dorm ständig ist, dann ist durch das zwangsläufige Knallen dieser Türe der ganze Dorm wach. Wenigstens war es einigermaßen sauber, wenn auch insgesamt etwas heruntergekommen und mit dem Charme einer Bahnhofwartehalle.

Den restlichen Mittwoch habe ich mir im Hafenviertel und Britomart vertrieben, was – entgegen der Empfehlung der Reiseführer -nicht sehenswert ist. Ich bin auch an der Eiskonditorei Giapo vorbeigekommen, die echt irre Sachen mit Waffeln und Schokolade machen, aber 25 $ für eine Kugel Eis war mir dann doch zu viel, egal wie cool die aussieht.  

Im Hostel habe ich abends Julian getroffen, er ist auch aus Deutschland und wie ich am Donnerstag auf Rangitoto Island wollte, also haben wir geschlossen uns zusammenzuschließen.

Wir haben uns Donnerstagmorgen um 08.45 Uhr getroffen, sind zum nahen Hafen gelaufen und um 09.15 Uhr waren wir auf dem Weg nach Rangitoto, dem Baby wie die Kiwis den Vulkan nennen, da sein Ausbruch erst 600 Jahre her ist, und die Insel bzw. der Vulkan somit die/der Jüngste in Auckland ist.

Rangitoto Island Julian und ich auf dem

Die Insel ist Naturschutzgebiet und irgendwie ein bisschen unwirklich. Die Wanderwege lassen sich nach deutschem Verständnis kaum als solche bezeichnen: Es sind schmale Trampelpfade quer durch den Wald und über schwarze Lavafelder. Da kommt ein bisschen ein Enterprise-Außenmission-Feeling auf. Wir wollten zuerst auf den Gipfel und das schnell um der Grundschule (ca. 100 Kinder) zu entkommen, haben dabei einen Abstecher durch die Lavahöhlen gemacht und oben  eine Runde um den Krater gedreht. Dann sind wir querfeldein über die Insel in die Ship Wreck Bay gewandert. Die heißt so, weil man da Schiffe zum Abwracken und Verrotten hingebracht hat.

Lava-Höhleneingang Ship Wreck Bay

Mit der letzten Fähre um 3.30 Uhr sind wir zurückgefahren und bis dahin 19 km gelaufen.

 

Freitag (21.09.) habe ich mich dann in den Bus nach Rotorua gesetzt, wo ich mittags angekommen bin. Ich hatte noch 3 Stunden bis Olivia zum Abholen kam. Also hab ich mir die nächste Bank gesucht und versucht eine Konto zu eröffnen. Was natürlich ohne offiziellen Adressnachweis und ohne Termin nicht geht. (Von wegen das ist in NZ so einfach). Danach bin ich durch die Einkaufstraße zurück zum Treffpunkt an der Touristeninfo und von da aus weiter in den Goverment Garden gagangen. Mit einem 20 kg Rucksack nicht gerade ein gemütlicher Spaziergang, aber der Garten war sehr schön, das Museum, das darin steht, von außen auch (auch wenn es gerade auf unbestimmte Zeit geschlossen ist, da es nicht den Erdbebenverordnungen entspricht). Ich habe dort auch meine erste Nase der berühmten Luft aus der Schwefelstadt Rotorua genommen und 2 kleine, heiße Quellen gesehen.

Stadtmuseum Rotorua im Goverment Garden

Um 3.30 Uhr habe ich mit Oliva getroffen, die genauso aussieht wie ich sie mir vorgestellt habe ohne je ein Bild gesehen zu haben – blond und rundlich. Wir mussten direkt weiter zur Reitstunde von Amelia und sind danach zum Einkaufen. Danach sind wir zurück nach Galatea gefahren. Auf der Strecke von 80km geht es die meiste Zeit durch den Wald. Galatea selbst ist kein Dorf, sondern eine Bezeichnung für die Farms in dem Tal, das von Bergen und Wald umschlossen ist. Die Steiner-Sippe wohnt in der Jolly Road (Großeltern, Cousins).

Olivia beim Lämmer füttern Freddie, Ich & Amelia

Meine Steiners wohnen in Jolly Road 219 , ich ca. 500m entfernt in 240. Das ist ein altes Farmhaus aus den 1920ern, dass ich mir mit sehr vielen Mäusen und Schaben teile. Internetzugang gibt es natürlich keinen.

Ich hab nach dem Video (Sonntag, 23.09.) 5 Stunden zugebracht, dass Haus von Mäusedreck und Schmutz zu befreien. Allerdings ist der Kampf gegen den Mäusedreck eine Sisyphus-Arbeit.

Am besten erzähle ich auch ein bisschen über die Steiners. Der Name Steiner rührt vom Schweizer Großvater her, die Steiners bestehen aus Barry (Milchbauer), Olivia (Hausfrau), Amelia (7 Jahre) und Freddie (5 Jahre). Sie betreiben eine Milchwirtschaft mit 220 Kühen und haben außerdem 2 Katzen, 2 Hofhunde, einen Hasen, 2 Meerschweinchen und 2 wenige Tage alte Lämmer. Barry und die Kinder haben Hörgeräte. Sie hören nicht schlecht, haben aber Probleme das Gehörte im Gehirn richtig umzusetzen. Barry nuschelt deshalb auch ziemlich und ist für mich schwer zu verstehen. (Ich glaub zumindest das das Nuscheln und Stottern von dem Hörproblem kommt, er hatte vermutlich nicht so viel logopädisches Training wie die Kinder)  

Barry war vor seiner Heirat selbst 20 Jahre als Backpacker unterwegs und hat ein eigenes Bierdosen-Museum mit über 12.000 Dosen aus aller Welt.

 

Allgemein besteht meine Arbeit hier hauptsächlich darin das Haupthaus zu putzen und die Kinder zu bespaßen, was anstrengender ist als ich dachte. Das liegt hauptsächlich am komplett chaotischen Zustand des Hauses und den wilden Kindern.

Meine Arbeitszeiten sind offiziell jeden Tag von 09.00 – 13.00 Uhr , danach steht mir der Nachmittag frei zur Verfügung. Wobei die Kinder natürlich darum betteln, dass ich mit ihnen spiele. Ohne Auto komme ich sowieso nirgendwo hin, selbst der nächste Wanderweg ist 6 km entfernt. 

Ich frühstücke in meinem Häusche, momentan ist es Porridge mit Erdbeermarmelade, das ist warm und hält lange satt, Mittagessen (meist Sandwiches) und Dinner bekomme ich bei den Steiners.

Freitags sind wir erst spät aus Rotorua zurückgekommen, Samstag habe ich das Wohnzimmer und den Küchenboden geputzt (auf Händen und Knien mit Bleiche, einen Schrubber oder Eimer gibt es nicht), Sonntag war Freddies Zimmer und mein Haus innen dran (ich habe 5 Stunden gebracht um es einigermaßen sauber zu bekommen o.O).  Montag habe ich angefangen Unkraut im Vorgarten zu jäten bis Olivia von vom Kinder in die Schule bringen zurück kam, drinnen habe ich dann Amelias Zimmer und den hinteren Flur aufgeräumt und bin mit gefahren um die Kinder von der Schule in Rerewaikaaitu abzuholen. Wir waren dann im kleinen Supermarkt von Murupara (eine Maori-Dorfgemeinschaft) und haben ein paar Dinge (unter anderem Putzschwämme für mein Haus) gekauft.

Freddies Zimmer vorher Freddies Zimmer nachher Amelias Zimmer vorher Amelias Zimmer nachher

Der Zustand der Kinderzimmer rührt hauptsächlich von einem Wutanfall über ein Time out von Seiten Freddie‘s her (angeblich). Bei dem Zustand des Hauses und einem ersten Eindruck gehe ich eher von unerzogenen, unkontrollierten Kindern und eine überforderten, etwas faulen Mutter aus. Vermutlich sollte ich diese Fotos eigentlich nicht hochladen um die Familie nicht zu beschämen, aber anderseits möchte ich euch meine Arbeit auch nicht vorenthalten .

Die Kinder gehören leider nicht zu der liebenswerten Sorte: Sie sind unerzogen, haben keine Manieren, sind wild, unsozialisiert (kein Wunder in der Galatea haben sie ja auch nur einander und sind die meiste Zeit sich selbst überlassen) und grob (Freddie macht wirklich alles in Rekordzeit kaputt) , ständig dreckig und sie haben definitiv keine Berührungsängste (Freddie ist nach 5 Minuten auf meine Schoß gewesen und sobald ich mich hinsetze haben ich mindestens eines, meistens beide auf dem Schoß sitzen)

Vielleicht muss ich mich nur eingewöhnen und den Kindern beibringen mich erst zu nehmen, aber sie sind wirklich schwer auszuhalten. Falls jemand schon meine Berichte aus Irland kennt. Die Niland-Kinder sind dagegen richtig liebenswert.

Und über Olivia ärgere ich mich auch ein bisschen. Ich bin zwar ihr Helfer, aber das heißt eigentlich nicht, was ich den Fußboden mit einem normalen Duschhandtuch getränkt in Reiniger auf Händen und Boden schrubbe, während sie im zugemüllten Büro facebookt. Wenigstens habe ich ungefähr die Hälfte des Hauses jetzt schon durch.

  Wohnzimmer nach dem Aufräumen Flur vor dem Aufräumen Hinterer Flur vor dem Aufräumen

Dienstag habe ich  die ersten 40 Minuten weiter im Vorgarten Unkraut gejätet, was gar nicht so einfach ist, wenn ein ausgewachsener, liebesbedürftiger Labrador permanent versucht auf deinen Schoß zu krabbeln und sich da einzurollen. Als es angefangen hat zu regnen bin ich rein und hab den restlichen Fußboden in Esszimmer und Flur geschrubbt und von Lämmer-Dreck, getrockneten Kaugummis und Wachsmalkreide-Flecken befreit. Als ich damit fertig war habe ich angefangen im Elternschlafzimmer die angeblich saubere Kleidung vom Boden aufzusammeln und in Personenhaufen zu sortieren. Die lagen da, den Dreck und Staub nach, auch schon länger

.Eltern Schlafzimmer vorherEltern Schlafzimmer nachher

12.20 Uhr sind wir zur Schule gefahren, weil die Kinder eine Probeaufführung für ihr Stück am Mittwoch hatten. Sie haben Teile der Legende von Maui dargestellt. Halb in Maori, halb in Englisch. Für eine Grundschule war‘s ganz gut gemacht und nett anzusehen. Weil Dienstag war sind wir danach nach Rotorua zum Einkaufen gefahren, haben neue Fahrräder für die Kinder und Lebensmittel besorgt.

Am Mittwoch habe ich den Vormittag freigehabt, den ich damit verbracht habe Rattengiftköder im Haus zu verteile und den Ofen für Abends vorzubereiten, weil ich duschen wollte und einen warmen Raum zum Haaretrocknen brauche. Das Haus hat nämlich ansonsten Außentemperatur. Ich bin gottfroh nicht im Winter hier sein zu müssen.  Rund ums Haus  habe ich auch für ein bisschen Ordnung zu sorgen.

Stall-Inventur Galatea

Am Nachmittag bin ich mit Barry in den Stall und hab Kühe gezählt.

In Neuseeland muss jede Kuh zwei Nummern haben, eine für die Datenbank zur Identifikation und eine für die Lebensmittelkontrollstelle mit der Farmnummer. Es gibt einige Fehler bei der Datenbanknummer, so dass ich im Prinzip kontrollieren musst, welche Kuh tatsächlich schon gekalbt hat und beim Melken ist und welche nicht.

Das Ganze habe ich am Donnerstag wiederholt und Samstag gleichen wir meine Liste mit den Daten im PC ab.

Donnerstagvormittag hab ich eine Stunde später bei den Steiners angefangen und diese Stunde dazu genutzt weiter um mein Haus herum sauber zumachen. Bei den Steiners hab ich erst die Betten der Kinder gemacht und die Zimmer gesaugt, dann den Fußboden rund um den Platz an dem in der Nacht die Lämmer schlafen mit irgendeinem scharfen Reiniger geschrubbt, was meine Händen nicht so gut getan hat. Olivia hat nämlich die Angewohnheit wenig zu putzen, aber wenn sie es tut, Unmengen von Bleiche- oder Chlorhaltigen Reinigern zu verwenden, die ich auf Grund ihrer schädlichen Wirkung gar nicht erst gekauft hätte. Die restliche Zeit bis zum Mittagessen hab mich mich ums Elternschlafzimmer gekümmert: Wäsche zusammengelegt, Müll aufgesammelt, gesaugt. Ein Raum weniger.

Schließlich hab ich noch bei der ANZ Bank angerufen und mich um meine Bankkonto gekümmert, in Taupo muss ich dann nur noch die letzten Feinheiten erledigen und unterschreiben.

Am Nachmittag bin ich zum Umziehen zurück zum Haus und anschließend zu Barry in den Stall.

 

Heute bin ich ein bisschen Freizeit in Taupo, welche ich nutzen kann um diesen Eintrag in einem Café hochzuladen, meine Bankkonto fertig zu machen und ein bisschen für mich privat einzukaufen.

 

Bis zum nächsten Mal

Chrissy

 

 

Auf dieser Seite werden lediglich die 10 neuesten BlogeintrĂ€ge angezeigt. Ältere EintrĂ€ge können ĂŒber das Archiv auf der rechten Seite dieses Blogs aufgerufen werden.